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Prevention of Mother to Child – Transmission (PMTCT)
Was das Baby an die Mutter bindet, wird ihm im Kontext von HIV zum schicksalhaften Verhängnis.
Prevention of Mother to Child – Transmission (PMTCT)
Was das Baby an die Mutter bindet, wird ihm im Kontext von HIV zum schicksalhaften Verhängnis. Das Fachwort Vertikale Transmission steht für diesen Übertragungsweg des HI-Virus von der infizierten Mutter auf ihr Baby.

AMREF Tanzania implementiert seit 2004 in einigen der am stärksten betroffenen Regionen Tanzanias an sieben Krankenhäusern ein Programm zur Verminderung der Übertragung des HI-Virus von der Mutter auf ihr ungeborenes Kind. Der erste Schritt im klinischen Ablauf ist die Identifizierung der infizierten Mütter – dazu wird entsprechend der nationalen Richtlinien jede Mutter in der Vorsorge auf HIV gescreent. Wer sich als positiv erweist, erhält eine konzentrierte und genaue Aufklärung, wie man sich selbst und das Kind weiter schützen kann. Das Personal der geburtshilflichen Station weiß, wann die Medikamente zu geben sind, welche geburtshilflichen Prozeduren nicht anzuwenden sind, wie sie sich selbst und andere Frauen vor Ansteckung schützen können – und das alles unter Wahrung der Vertraulichkeit.

Hört sich einfach an, doch das afrikanische Leben macht es kompliziert: Die meisten Mütter akzeptieren zwar das HIV-Testen und akzeptieren die Präventionsbehandlung und das Entbinden in der Klinik. Aber dann wird es schwierig, den Ehemann einzuweihen, zu riskieren, dass man stande pede aus dem Haus geworfen wird; dazu fehlt den Müttern der Mut. Und das hat Folgen: Keiner unterstützt sie beim ausschließlichen Stillen oder frühzeitigen Abstillen. Flaschenernährung ist sowieso keine wirkliche Alternative: nicht nur weil es keinen regelmäßigen Nachschub gibt, weil man die Milch warm machen muss, selbst mitten in der Nacht, weil man kein sauberes Wasser oder kein Feuerholz hat – einfach nur, weil jeder mit dem Finger auf einen zeigen würde. Es wäre wie ein öffentliches Bekenntnis „ich bin HIV-positiv“, es wäre der Ausschluss aus der Gemeinschaft.

Um die Dorfgemeinschaft als Unterstützung zu gewinnen, hat AMREF in sechs der sieben Kommunen ein Aufklärungsprogramm gestartet. Aber das ist mühsam in ländlichen Regionen, die zwar zum Teil Zugang zu Radio, aber fast keine Printmedien – geschweige denn Fernseher – kennen. Der erfolgreichste Weg ist es deshalb, Freiwillige zu gewinnen: einen Mann und Frau je Dorf, die über die Vorbeugung der HIV-Infektion aufklären können, bei Besuchen von Nachbar zu Nachbar, bei Gesprächen unter Freunden, beim Einholen von Feuerholz oder Tragen von Wasser, im Gemeinderat. Der Lohn der Freiwilligen ist die Anerkennung der Gemeindemitglieder und gelegentlich eine Cola, wenn man sich mit Kollegen in anderen Dörfern austauscht oder der Supervisor kommt.
Supervision dient nicht primär der Kontrolle, sondern Supervision ist ein Prozess der Motivation; der Freiwillige hat ein Forum zu berichten was er getan hat und jemanden der berät, wenn es Schwierigkeiten gibt. Der Freiwillige muss also selbst nicht alles wissen, er hat jemanden zum Fragen: den Supervisor.

Dieses Projekt ist ein positives Beispiel ständiger Koordination und Kooperation zwischen Gemeinde, Distriktautorität und Nichtregierungsorganisation. Nicht Konkurrenz sondern Koordination und Vertrauen, Ergänzung und gemeinsame Verantwortung tragen das Bündnis. AMREF hat die Distriktbeamten informiert und den Verantwortlichen geschult. Zusammen wurden die von den Dörfern gewählten Gemeindefreiwilligen ausgebildet und die Supervisoren bestimmt: Beamte unterhalb der regionalen Verwaltungsebene, die Freiwillige mehrerer Dörfer betreuen und anleiten.



 
Das Funknetz der Flying Doctors

Die entscheidende Verbindung zwischen dem Kontrollzentrum in Nairobi und den entlegenen Gebieten ist das Funknetz der Flying Doctors. Mit mehreren hundert Funkstationen ist es das größte Netzwerk in Afrika.





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