Marcel Reif über AMREF Flying Doctors

Sky-Reportage mit Marcel Reif über AMREF Flying Doctors.

Zu Besuch bei Aids-Waisen in Südafrika

N24-Reporter Steffen Schwarzkopf besuchte zur Fussball WM 2010 ein AMREF-Projekt für Aids-Weisen:

In einem Dorf weitab vom WM-Rummel treffen wir die kleine Dorothee und die macht uns sofort den Job streitig. Und das, obwohl sie gerade mal zehn Jahre alt ist. Wir sind fast drei Autostunden von Johannesburg entfernt, ein Dorf im Nirgendwo, rund 100 Kinder. Alles Aids-Waisen, viele haben beide Elternteile verloren, 80 Prozent der Kinder sind selber HIV-positiv; die meisten werden das erst erfahren, wenn sie älter sind. Hier werden Sie von der Hilfsorganisation AMREF betreut, sie lernen, machen Hausaufgaben, spielen und essen zusammen, kurz: den Jungen und Mädchen soll der Weg in die Zukunft geebnet werden – wie auch immer die aussehen mag.

Dorothee beäugt uns neugierig – schließlich frage ich sie, ob sie vielleicht Reporterin sein mag. Sie bejaht, viel sagt sie aber nicht. Ich erkläre ihr, daß sie für uns ein Interview führen soll; am besten, sie frage eines der anderen Kinder nach dem Fußballspiel Deutschland gegen Ghana. Wieder nickt sie nur ernst. Ich habe meine Zweifel, daß sie so recht verstanden hat, was der fremde Mann mit dem Mikro will. Ich drücke es ihr dennoch in die Hand – und mein Kollege Robert sagt zu ihr: Los geht’s!

Dorothee schaut konzentriert – und dann verblüfft sie uns alle. “Ich bin Dorothee”, spricht sie in fließendem Englisch in die Kamera – “und ich werde jetzt ein Interview führen.” Gesagt, getan. Sie fragt ein deutlich älteres Mädchen, was sie von dem Spiel erwartet, wer gewinnt, wie weit Deutschland kommt – eine Frage nach der anderen sprudelt aus ihrem Mund. Ein Naturtalent – und der Beweis, daß man Menschen niemals unterschätzen darf.

Quelle: Steffen Schwarzkopf, N24.de