Sternstunden e.V. und AMREF intensivieren Zusammenarbeit

Sternstunden e.V., die Benefizaktion des Bayerfischen Rundfunks  und AMREF Deutschland arbeiten seit vielen Jahren in Ost-Afrika erfolgreich zusammen. Die Zukunft Afrikas liegt in seinen Kindern. Dabei steht nicht nur deren Gesundheit im Vordergrund, sondern ebenso deren Ausbildungsmöglichkeiten, denn nur gut  ausgebildete Kinder haben bei der heutigen Globalisierung eine Chance.  Leider findet man heute überall in Afrika in den Schulen hohe Abwesenheitsraten und viele frühe „Aussteiger“. Die Gründe hierfür sind vielfach: Kinder haben in dem afrikanischen Familienverbund viele zeitraubende Aufgaben: von Wasserholen über Brennholz sammeln bis zum Hüten der Tiere.  Oft, wenn die Großeltern verstorben sind, gehört auch das Versorgen jüngerer Geschwister hinzu. Dies führt zu hohen Abwesenheitsraten. Oft ist es aber auch die mangelnde Ausstattung der Schulen selber. Es gibt dort kein sauberes Trinkwasser, die sanitären Verhältnisse sind ungenügend, insbesondere für heranwachsende Mädchen, da sie keine Privatsphäre besitzen, die Schulspeisung ist ungenügend oder fällt ganz aus. In über 8 % der Familien in Kenia ist mindestens ein Elternteil  an AIDS erkrankt, fällt also als Arbeitskraft aus und muss von den Kindern ersetzt werden.  AIDS kann nicht geheilt, aber die Arbeitsfähigkeit der Erkrankten kann durch Anti-Retrovirale Behandlung deutlich verbessert werden.  Hierdurch  gewinnen die Kinder Zeit, um in die Schule zu gehen. Nähere Wasserquellen und alternative Energieversorgung verringern ebenso den Zeitaufwand der Kinder. Sauberes Trinkwasser an den Schulen und verbesserte sanitäre Einrichtungen erhöhen deren Attraktivität. Da die meisten Schulen erwarten, dass die Schüler das für die Schulspeisung notwendige Holz auf dem Weg zur Schule einsammeln und mitbringen, entsteht ein zusätzlicher Zeitverlust auf dem Schulweg, der durch alternative Energienutzung vermieden werden kann. Eine der Hauptursachen für das frühe Verlassen der Schulen sind frühe Schwangerschaften.  Eine umfassende frühe sexuelle Erziehung der Heranwachsenden, die Stärkung des Bewusstseins  des selbstbestimmten sexuellen Lebens und damit des Zeitpunktes der ersten Schwangerschaft  ist unbedingt notwendig, stößt aber in der Tradition des Verkaufs der Töchter als Bräute im Alter von 12 bis 14 Jahren immer noch auf heftigen Widerstand. 

AMREF, seit über 50 Jahren in Ost-Afrika mit über 600 Mitarbeitern tätig,  ist die größte Entwicklungshilfeorganisation auf medizinischem Gebiet in Afrika.  95 % der Mitarbeiter kommen aus Afrika. Allein in Kenia werden über 70 Projekte durchgeführt. Diese Projekte umfassen viele Elemente,   die die oben genannten Missstände zu lindern versuchen, insbesondere auch auf den Gebieten HIV-Versorgung, Wasserbau und sexueller Erziehung.  Ausbildung steht im Vordergrund von AMREF’s Arbeit. Die Menschen in Nord-Kenia sind durch die Trockenheit ebenso betroffen, wie die in Süd-Äthiopien und Somalia. AMREF hat in kürzester Zeit Konzepte vorgelegt, wie die Infrastruktur ihrer bestehenden Projekte, die in enger Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern örtlicher Gesundheits- und Wasserbehörden, örtlichen Partnern und der Bevölkerung selber seit Jahren durchgeführt werden, genutzt werden kann, um nunmehr Soforthilfe durchzuführen, Soforthilfe, die soweit möglich auf Nachhaltigkeit setzt.  Komponenten sind die Sicherung und Verbesserung der Wasserversorgung, Noternährung der Kinder, Ausbildung der Gesundheitshelfer in therapeutischer Noternährung und Wasserhygiene,  Behandlung und Vorsorge vor klimabedingten Erkrankungen  und Verbesserung der sanitären Einrichtungen in den Dürreprovinzen von Kenias Norden und Süden Äthiopiens, insbesondere bei der nomadisch lebenden Bevölkerung. Die Komponenten sollen soweit möglich nachhaltig sein, Ausbildung beinhalten. Neue Wasserquellen und insbesondere Zisternen für das Auffangen von Regenwasser sollen nahe der Schulen errichtet werden, dauerhaft sein. Die Gebäude, an denen die Wassertanks stehen, werden in einer zweiten Phase mit Regenrinnen und Fallrohren versehen. Regenwasser aus Zisternen ist  hygienischer als das Oberflächenwasser aus offenen Quellen.

Dieses Konzept hat Sternstunden überzeugt. Sternstunden unterstützt die Arbeit von AMREF  mit derzeit über € 1,6 Mio. für Soforthilfekomponenten im Rahmen bestehender Projekte in Nord Kenia und Süd-Äthioipen.

Sollte es wieder einmal zu einer Trockenheitskatastrophe in Nord-Kenia und Süd-Äthiopien kommen, gibt es dort in therapeutischer Ernährung und Wasserhygiene geschulte Gesundheitshelfer,  Wassertanks, die mit Tanklastwägen gefüllt werden können, die Menschen zwischendurch mit sauberen Regenwasser versorgen, verbesserte sanitäre Einrichtungen. Die Behörden in Nord-Kenia und Äthiopien können schneller und effektiver reagieren. Dies sind die nachhaltigen Aspekte der kurzfristigen Nothilfe.

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