Persönliche Geschichten
Äthiopien und HIV - Asres‘ Geschichte

Asres Bako ist der Vorsitzende des Vereins Andinet. Als dieser Verein vor wenigen Jahren gegründet wurde, war er die erste Organisation für Menschen mit HIV / Aids in Süd Omo in Äthiopien.

„Damals gab es innerhalb der Bevölkerung kaum Bewusstsein für HIV, jedoch viel Stigmatisierung und Diskriminierung. Da es in dieser Situation sehr schwierig war, sich öffentlich zu HIV zu bekennen, traten erst einmal nur 10 Männer und 7 Frauen unserer Organisation bei. Amref Health Africa hat es uns ermöglicht, zu wachsen und Einfluss zu nehmen.
Inzwischen hat unser Verein 110 männliche und 183 weibliche Mitglieder. Mithilfe von Amref konnten wir ein lokales Netzwerk für andere Vereinigungen von Menschen mit HIV / Aids bilden und unterstützen. Außerdem wurden mit Unterstützung von Andinet und Amref Health Africa einige neue Gruppen gegründet, beispielsweise in Salamago und Dassenach Woredas.

Zu unseren täglichen Aktivitäten gehört es, die Menschen in unseren Gemeinden über HIV-Prävention [...] zu informieren.

Weiterhin ist es uns gelungen, ein jährliches Forum für die Gruppen zu etablieren. Dort können alle zusammenkommen und sich über Ideen und bewährte Methoden austauschen. In diesem Jahr hat sogar der Verwaltungschef von Süd Omo unser Forum besucht und uns zugesichert, uns finanziell zu unterstützen.

Zu unseren täglichen Aktivitäten gehört es, die Menschen in unseren Gemeinden über HIV-Prävention, freiwillige Beratung und Tests sowie Prävention der Mutter-Kind-Übertragung zu informieren. Auch kämpfen wir gegen Stigmatisierung und Diskriminierung an. Wir nutzen alle möglichen Veranstaltungen, um uns mit den Menschen vor Ort auseinanderzusetzen. Sogar die lokale Regierung lädt uns dazu ein, bei Veranstaltungen zu sprechen.

Wir versuchen außerdem, die Lebensgrundlage unserer Mitglieder durch Maßnahmen zu verbessern, die Einkommen generieren. Das ist sehr wichtig, denn einige unserer Mitglieder hatten aufgehört, ihre Antiretroviral-Medikamente zu nehmen, weil sie nichts zu essen hatten. Und diejenigen, die bettlägerig sind, können sich ja nicht selbst darum kümmern, Geld zu verdienen. Zu unseren Aktivitäten gehört es also Injera-Brot zu backen. Wir kaufen auch Getreide aus ländlichen Gemeinden und verkaufen es weiter, und wir pflanzen Bäume für den Verkauf. Die Erträge durch diese Aktivitäten haben das Leben unserer Mitglieder verändert – sie können jetzt ihre ART-Medikamente nehmen, für ihre Kinder sorgen und ihre Miete bezahlen.“

Quelle Amref UK