Esther Madudu: Hebamme und Botschafterin für "Stand Up for African Mothers"

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Esther Madudu, Gesicht der Amref Health Africa-Kampagne “Stand Up for African Mothers”, ist seit 12 Jahren Hebamme in Uganda. Sie arbeitet in einem kleinen Krankenhaus mit 34 Betten und bis zu 100 ambulanten Patienten täglich. Das Krankenhaus liegt in Katine (Ost-Uganda). Esther Madudu wurde dort von Amref Health Africa weitergebildet.
Wir haben mit Ihr über Ihre Arbeit und die Kampagne gesprochen.

Wie sieht Dein Alltag als Hebamme aus?
Pränatale Betreuung, psychologische Betreuung, Durchführung von AIDS-Tests, Prävention und Behandlung von Malaria, Entbindungen, Impfungen, Nachsorge, Mutter-Kind Betreuung…Es gibt so viel zu tun, dass wir oft gar nicht alles schaffen können. Wir sind drei Hebammen und betreuen etwa 45-50 Geburten im Monat. Hinzu kommt die Vor- und Nachsorge der Mütter und der Neugeborenen. Oft sind wir deshalb auch im Außendienst im Einsatz. Wir betreuen eine große, entlegene Region und sind oft lange unterwegs, um die Frauen zu erreichen.
Die Arbeitsbelastung variiert von Tag zu Tag. Letzte Nacht beispielsweise habe ich fünf Babies auf die Welt gebracht und am Morgen noch eines. In der Klinik behandeln wir etwa 35-40 Mütter täglich.

Was motiviert Dich als Hebamme zu arbeiten?
Die Leben von Müttern und Kindern retten zu können – das motiviert mich, jeden Tag von morgens bis abends zu Arbeiten. Ich bin selbst zu früh auf die Welt gekommen und eine Hebamme hat meiner Mutter bei der Entbindung geholfen. Hätte es diese Frau nicht gegeben, wäre ich heute nicht mehr am Leben.

Ich kann es nicht ertragen, Frauen in meinem Ort sterben zu sehen, wenn ich weiß, dass so viele Mütter und Babys mit meiner Hilfe gerettet werden könnten. Dieses Wissen bestärkt mich darin weiterzumachen, obwohl ich Tag und Nacht arbeite und hunderte von Kilometern laufe, um Frauen in ländlichen Regionen zu behandeln und Babys im Licht meines Handys zu entbinden.

Wieviele Leben konntest Du bereits retten?
Ich habe die sicheren Geburten von mehr als 1.000 Müttern und Neugeborenen begleitet.

Beeinflusst Deine Arbeit auch Dein Privatleben?
Meine zwei Kinder leben bei meiner Mutter. Ich versuche, sie so oft wie möglich zu sehen. Manchmal sind sie böse auf mich, weil sie nicht verstehen, warum sie bei ihrer Großmutter leben müssen. Es ist meine Pflicht, trotzdem weiter zu arbeiten. Viele Kinder und Frauen würden ohne meine Hilfe nicht überleben.

Was hast Du während der Weiterbildung bei Amref Health Africa gelernt?
Dank Amref Health Africa habe ich mehr Wissen in komplexen Bereichen erlangen können. Dazu gehören zum Beispiel die Behandlung von Malaria bei schwangeren Frauen, Impfungen und das Auftreten von Komplikationen bei der Geburt. Auch die von Amref Health Africa ausgebildeten Gesundheitshelfer sind für die Arbeit von uns Hebammen unverzichtbar, weil sie die Mütter rechtzeitig für die Entbindung zu uns schicken können.
Dank des Trainings, das ich erhalten habe, kann ich mit Entbindungskomplikationen und Krankheiten umgehen und mich um Frauen kümmern, die es nicht zu einem Arzt schaffen, da einfach kein Geld für Benzin vorhanden ist.

Warum bist du Kampagnenbotschafterin für die Kampagne “Stand Up for African Mothers” geworden?
Seit ich mich entschieden habe Hebamme zu werden, setze ich mich gegen die Kinder- und Müttersterblichkeit ein. Mein Beruf geht viel weiter, als nur Mütter bei der Entbindung zu betreuen. Ich engagiere mich dafür, dass ihre Gesundheit als Priorität betrachtet wird. Wir haben schließlich unser Leben unseren Müttern zu verdanken!

Heute bin ich stolz die Arbeit der afrikanischen Hebammen für Amref Health Africa zu verkörpern, um afrikanischen Müttern eine Stimme zu geben.

Hier mehr über die Kampagne “Stand Up for African Mothers” erfahren.

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