Prägende Momente
Jacob Kiokos Erfahrungen als Hebamme

baby und mutterJacob Kioko (28) ist Gesundheitshelfer in Mukaa (Makueni County), einem der entlegensten Gebiete Kenias. Dank der Ausbildung durch Amref Health Africa und seine jahrelange Vertrauensarbeit bei der lokalen Bevölkerung, hat er es geschafft viele Leben von Müttern und Kindern zu retten. Sein Engagement und Einsatz für die Bevölkerung sind beispielhaft. Er ist die gute Seele der Gesundheitsstation in Mukaa.

In seinem ersten Ausbildungsjahr assistierte er dem leitenden Arzt als Hebamme bei einer Entbindung und machte dabei eine Erfahrung, die sein Leben nachhaltig prägen sollte. Es traten Komplikationen bei einer Geburt auf. Das Baby war nur unzureichend medizinisch überwacht worden und die Mutter war in schlechter körperlicher Verfassung, da sie während ihrer Schwangerschaft schwere körperliche Arbeit erledigen musste.

Sie schafften es zwar das Leben der Mutter zu retten, doch das Kind starb kurz nach der Geburt. In diesem Moment gab Jacob sich selbst das Versprechen, dass kein Kind mehr unter seiner Aufsicht an den Folgen ungenügender medizinischer Versorgung sterben sollte.

Als er nach der Ausbildung anfing, in der Kasikeu Gesundheitsstation zu arbeiten, hatte er seine Fähigkeiten als Hebamme verbessert und die Geburtshilfe war mittlerweile zu seinem Spezialgebiet geworden.

Krankenstation

Doch die Mehrheit der Dorfgemeinschaft mied Gesundheitsstationen und führte die Geburten weiterhin im engen Kreise der Familie mit traditionellen Geburtsbegleitern durch. So gab es monatlich etwa 14 Geburten, die im Familienkreis durchgeführt wurden, wohingegen nur etwa 2 Kinder im Krankenhaus zur Welt kamen. Jacob erkannte in diesem Moment das Hauptproblem, das in der Überwindung der traditionellen Methoden lag und versuchte die Leute davon zu überzeugen, den angebotenen Service zu nutzen – doch der Erfolg blieb vorerst aus.