Im Kampf gegen die Dürre Kräfte bündeln

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Hebammenausbildung in Afar, Unterrricht am Model

Hebammen retten Leben – dieser Tage ganz besonders in Afar, Äthiopien.

Afar liegt im Nordosten von Äthiopien, einer ohnehin sehr trockenen Gegend in Ostafrika. Doch nun hat das Wetterphänomen El Niño neue Extreme in die Region gebracht. Seit Monaten ist kein Topfen Regen gefallen. Auf dem knochenharten und staubigen Boden wächst nichts mehr. Die Ernte ist auf den Feldern verdorrt. Vieh verendet.

Die Folge ist die schlimmste Dürre seit Jahrzehnten. Von der medialen Öffentlichkeit bislang wenig beachtet sind mehr als 10 Mio. Menschen auf Unterstützung angewiesen, darunter mehr als 400.000 Kinder mit schwerwiegender Unterernährung. Und die Zahlen steigen weiter.

In Afar leben die Menschen mit und von ihren Tieren. Doch sauberes Trinkwasser, überlebenswichtig für Mensch und Tier, ist ein rares Gut geworden. Flüsse und Brunnen trocknen aus; täglich wird der Weg zur nächsten Wasserstelle länger.

Es ist selbstverständlich, dass wir in dieser Notsituation helfen. Amref Health Africa verbindet eine jahrzehntelange Partnerschaft mit den Menschen in dieser Region. Mit Integrated WASH and Nutrition Projekten sorgen wir Hand in Hand mit der Bevölkerung für eine bessere Vorbereitung auf Trockenperioden, die Ausbildung von Gesundheitspersonal verbessert die medizinische Versorgung. Doch gegen die Extreme von El Niño sind die Menschen machtlos. Sie lassen sich nicht aufhalten oder beeinflussen. Um jetzt möglichst schnell reagieren zu können und insbesondere die vielen unterernährten Kinder zu versorgen, packen alle mit an.

So auch die 40 Hebammen, die vor kurzem ihre dreijährige, durch Sternstunden e.V. finanzierte, Ausbildung in Afar abgeschlossen haben. Sie sollten nach ihrem Abschluss ursprünglich gleich in ihre Heimatdörfer zurückkehren, um dort sichere Geburten und Familienplanung zu ermöglichen. Aber ein Teil von ihnen leistet stattdessen jetzt überlebenswichtige medizinische Nothilfe für die vielen notleidenden Menschen in Afar. Sie sind mit mobilen Gesundheitsteams im Dauereinsatz und identifizieren unternährte Frauen und Kinder, die dann von ihnen versorgt werden.

Das zeigt auch, wie dringend diese medizinischen Fachkräfte in der Region gebraucht werden und welch wichtigen Beitrag ihre Ausbildung leistet. Nachhaltig Gesundheitssysteme zu stärken, heißt auch, die Menschen besser auf Notsituationen vorzubereiten und sie in die Lage zu versetzen, sich selbst zu helfen – Hilfe zur Selbsthilfe.
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Wenn ich ein unterernährtes Kind früh genug identifiziere und versorge, dann kann ich sein Leben retten. Dass ich mit meinem neu erlernten Wissen so vielen Menschen helfen kann, bestätigt mich darin, dass ich den richtigen Weg gegangen bin.

 

Foto: Eine der Hebammen misst den Armumfang eines Kleinkindes. Der rote Bereich zeigt an, dass das Kind mangelernährt ist.

Unterstützen Sie deshalb bitte mit Ihrer Spende die Hebammen in Afar.