AMREF Deutschland feiert Jubiläum
Ein Rückblick auf 50 Jahre Einsatz für und mit Afrika

50J-Label_9cmhoch_web_klein2Am 22. November 1963, dem Tag des Attentats auf J. F. Kennedy, traf Leonore Semler den AMREF Mitgründer Sir Michael Wood und gründete auf seinen Wunsch hin AMREF Deutschland, „um etwas zu tun, das die Welt zu einem besseren Ort macht“.

Heute, fünfzig Jahre später, blickt Leonore Semler zurück und erinnert sich an die harte Arbeit, an die guten Erfahrungen und Herausforderungen sowie an die Entwicklung, die AMREF in 50 Jahren durchlaufen hat, um heute die größte nichtstaatliche Gesundheitsorganisation Afrikas zu sein.

Reese&Wood_circa1985

Dr. Michael Wood und Dr. Tom Rees, Gründer von AMREF (circa 1985)

1963 war der Begriff `Entwicklungshilfe´ noch relativ unbekannt. Die Gründung des Ministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit[1]  war erst vor kurzem erfolgt und die Menschen in Deutschland, aber auch anderswo auf der Welt, fingen erst langsam an, sich mit der Idee einer globalen Welt auseinanderzusetzen.

Es gelang Frau Semler, zahlreiche Unterstützer für den Aufbau der Organisation in Deutschland zu gewinnen. Anfangs förderte AMREF Deutschland hauptsächlich die Arbeit der AMREF Flying Doctors. Dies schloss die Finanzierung des Einsatzes deutscher Chirurgen, die Verbesserung der Operationssäle und der Labore in Krankenhäusern und die Betriebsausgaben der Flugzeuge ein.

Zu den ersten institutionellen Förderern von AMREF Deutschland gehörte im Jahr 1969 das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit, das die Mittel für die Finanzierung eines Flugzeugs für die Flying Doctors ermöglichte. Frau Semler selbst war an der Überführung der Cessna 206 Turbocharged von München nach Nairobi beteiligt. Das neue Flugzeug wurde für die Arbeit der fliegenden Ärzte dringend benötigt.

Leonore Semler erinnert sich:

Leider hatte ich vergessen, nach der Finanzierung der Überführungskosten zu fragen und so blieb mir nichts anderes übrig als ‘den Vogel‘ selbst nach Nairobi zu überführen, gemeinsam mit einem Piloten und meinem Sohn.

Nach acht Tagen Reise, landeten sie am Flughafen, wo Sir Michael Wood das Flugzeug und die Crew in Empfang nahm.

Leonore Semler, heute Ehrenpräsidentin von AMREF Deutschland, ist schon immer der Meinung gewesen, dass man als gute Fundraiserin um die Unterstützung für nachhaltige Entwicklungsprojekte werben sollte, statt kurzfristig Hilfsgüter zu verteilen. Das gilt heute genauso wie vor 50 Jahren.

Über die Jahre konnte AMREF Deutschland eine große Anzahl an Förderern von der wichtigen Arbeit AMREFs überzeugen. Zu den oftmals langjährigen Unterstützern zählen Stiftungen wie Sternstunden e.V., Ein Herz für Kinder e.V. oder Knorr Bremse Global Care e.V., Unternehmen wie Lanxess oder Dräger und staatliche Institutionen wie das BMZ.

1987 überreicht Richard von Weizsäcker Leonore Semler das Bundesverdienstkreuz am Bande für ihren Einsatz für die Menschen in Ostafrika.

Frau Semlers Interesse für Afrika geht über die Arbeit für AMREF hinaus.

1972 wurde ich von der kenianischen Regierung zum Attaché für die Olympischen Spiele in München ernannt und das kenianische Team wurde zum beliebtesten Teams Deutschlands. Ich habe alle Athleten zu mir, in mein Haus in den Bergen, eingeladen. Ich war so stolz auf die ganzen Silber- und Goldmedaillen.

In den vergangenen 50 Jahren hat Leonore Semler gemeinsam mit vielen Mitstreitern einen zweistelligen Millionenbetrag gesammelt, damit AMREF Deutschland sich für eine bessere Gesundheitsfürsorge in ganz Ostafrika einsetzen kann.

©DanielSchvarcz

Dr. Goswin von Mallinckrodt und Leonore Semler (2013)

Seit 2009 fungiert die Gründerin Leonore Semler nunmehr als Ehrenpräsidentin von AMREF Deutschland. Auch weiterhin ist sie im Fundraising aktiv. Dr. Goswin von Mallinckrodt sitzt als Vorsitzender des Vorstands einem 16köpfigen Kuratorium vor, während Dr. Marcus Leonhardt als CEO die operativen Geschicke leitet. AMREF Deutschland ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein, und trägt seit 20 Jahren ununterbrochen das DZI-Spendensiegel, das die sorgsame Verwendung der Spendengelder garantiert.

AMREF Deutschland unterstützt heute Projekte in Kenia, Tansania, Südafrika, Uganda, Äthiopien und im Südsudan. Entwicklungszusammenarbeit wird als Partnerschaft mit Afrika auf Augenhöhe verstanden. Im Fokus der Aktivitäten steht genau wie vor 50 Jahren nicht die kurzfristige Intervention, sondern Prävention und Ausbildung. So wird ein nachhaltiger Basisgesundheitsdienst aufgebaut – von Afrikanern für Afrikaner.

Helfen Sie mit diese Erfolgsgeschichte weiterzuschreiben!

[1] Heute Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)