08. März 2015
Internationaler Frauentag 2015

NINTCHDBPICT000135405984

Caroline Ngina mit ihrem Sohn (c) Richard Pohle – The Times

Frauen in Afrika haben eine entscheidende Bedeutung für die nachhaltige Entwicklung ihrer Gemeinschaften. Deshalb konzentrieren wir unsere Arbeit auf Frauen und Kinder, um sie als Mittelpunkt und treibende Kraft der Gesellschaften zu stärken. Anlässlich des Weltfrauentages sollten wir uns der Gesetze, Praktiken und Traditionen bewusst sein, die die Gesundheit von Frauen schwer beeinträchtigen – und damit auch die Stabilität ihrer Familien und Gemeinschaften. Studien zeigen, dass in Afrika bis zu 50% aller Frauen sexuelle oder geschlechtsspezifische Gewalt erleben und unter den gesundheitlichen und psychischen Folgen leiden. Ergänzt durch die Angst vor neuerlichen Übergriffen ist dies ein Grund für die geringere soziale Beteiligung der Frauen und damit auch ihrer geringeren ökonomischen Teilhabe.

Ein weiteres wichtiges Thema in Bezug auf die Gesundheit und Rechte von Frauen ist die Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung. Weltweit sind 100 – 140 Millionen Mädchen Opfer dieser Prozedur, von der viele Mädchen und Frauen ein Leben lang gesundheitliche Probleme davontragen. Auch bei der in Afrika südlich der Sahara verbreiteten Praxis der Witwenvererbung (widow inheritance) werden Frauen in ihren Rechten und ihrer körperlichen Selbstbestimmung beschnitten. Witwen werden bei dieser Praxis  in der Familie des Mannes weiterverheiratet und drohen Opfer von sexueller Gewalt und Stigmatisierung zu werden, wenn sie sich dem widersetzen.

Eine eher medizinische Angelegenheit sind Vesiko-Vaginale Fisteln, die ein großes Gesundheitsproblem für Frauen in Afrika bleiben. Diese Form der Fistel bildet sich bei besonders schweren und langwierigen Geburten und verursacht Inkontinenz. Zusätzlich zu den Schmerzen, werden die betroffenen Frauen dadurch zu Opfern von Stigmatisierung und gesellschaftlicher Ausgrenzung. Es wird geschätzt, dass in Asien und Afrika südl. der Sahara bis zu zwei Millionen Frauen mit dieser Krankheit leben, die durch medizinische Versorgung behandelbar ist.

Auch Caroline Ngina hat unter dieser schweren Problematik gelitten. Mit 12 Jahren hat sie das erste Mal ein Kind zur Welt gebracht. Sie lag drei Tage in den Wehen, ihr junger Körper war dafür noch gar nicht ausgereift und am Ende hat ihr Kind die Strapazen der Geburt nicht überlebt. Durch die fehlende medizinische Versorgung musste Caroline danach mit den Einschränkungen einer Vesiko-Vaginalen Fistel leben und wurde von der Gemeinde fortan gemieden. Sie sagt rückblickend:

Ich wollte einfach nur sterben. Niemand wollte mich sehen. Allein das Laufen bereitete mir Schmerzen.

Aufgrund ihrer gesellschaftlichen Ausgrenzung floh sie nach Nairobi, wo sie mit Amref Health Africa in Kontakt kam und behandelt werden konnte. Heute ist sie 24, verheiratet und stolze Mutter von zwei Söhnen.

Unter dem diesjährigen Motto des Weltfrauentages „Mach es möglich“ appelliert Amref Health Africa an Regierungen, Entwicklungsorganisationen und Gemeinden, ihren Einsatz für die Rechte von Frauen zu verstärken, um ihren Beitrag zur Entwicklung Afrikas möglich zu machen. Amref Health Africa hat bereits viele Projekte in Afrika durchgeführt, die zur Beendung von weiblicher Genitalverstümmelung, der Behandlung von Vesiko-Vaginalen Fisteln und der Reduzierung von sexueller Gewalt beitragen. Auch weiterhin wollen wir mit Ihrer Unterstützung viele solcher Projekte realisieren!

Jetzt spenden!