Persönliche Geschichten
Hasena: Malaria aus Sicht einer Mutter

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Hasena hat ihre zweijährigen Zwillingstöchter durch Malaria verloren: Die Mädchen waren krank, aber Hasena, die selbst von einem Fieber geschwächt war, wusste nicht, was ihnen fehlte. Hasena lebt in Afar im Nordosten von Äthiopien innerhalb einer Nomadengemeinschaft.

Hasena berichtet: „Ich habe meine Töchter zwei Tage lang, so schnell ich konnte, zu Fuß bis zum nächsten Gesundheitszentrum getragen. Es war heiß und trocken und meinen Kindern ging es immer schlechter. Als ich nur noch ein paar Stunden vom Gesundheitszentrum entfernt war, haben die beiden aufgehört zu weinen. Als ich ankam, sagte mir die Krankenschwester, dass es zu spät sei, um ihre Malaria zu behandeln.“
Hasena lebt im Dorf Kodae in der abgelegenen Wüstenregion Afar, fast 65 Kilometer entfernt vom nächsten Gesundheitszentrum. Insgesamt wohnen etwa 3.000 Menschen in Kodae, in runden Unterkünften aus Stroh. Es gibt keinen Strom, kein Gesundheitszentrum, keine Schule, und die einzige Wasserquelle ist der nahe gelegene Fluss Awash.

Unter dem einen Netz werden mein Mann, ich und die beiden jüngsten Kinder im Inneren des Hauses schlafen [...] Wenn ich mir das zur Gewohnheit mache, bin ich zuversichtlich, dass keines meiner Kinder mehr an Malaria erkranken wird.

Kodae ist inzwischen eines von vielen Dörfern in Afar, die von der Verteilung von Moskitonetzen durch AMREF profitieren. Im Rahmen einer groß angelegten Kampagne hat AMREF so viele Netze wie möglich per Fahrzeug ausgeliefert. Um auch die entlegensten Gebiete zu erreichen, wurden anschließend Esel-Karawanen eingesetzt. Als die Netze in Kodae eintrafen, wurden sie von geschulten Gesundheitshelferinnen und -helfern aus den Gemeinden direkt an den Haustüren verteilt – zusammen mit einer detaillierten Erklärung, wie die Netze zu verwenden sind.

Netze und Know-how gegen Malaria

Hasena erhielt, wie viele andere Frauen auch, gleich zwei Moskitonetze. Sie erklärt: „Unter dem einen Netz werden mein Mann, ich und die beiden jüngsten Kinder im Inneren des Hauses schlafen. Der Rest wird unter dem anderen Netz draußen schlafen. Wenn ich mir das zur Gewohnheit mache, bin ich zuversichtlich, dass keines meiner Kinder mehr an Malaria erkranken wird.“

AMREF hat zusätzlich 300 Gesundheitshelfer und -helferinnen im Dorf geschult: Sie können Malaria erkennen und behandeln. Außerdem geben sie ihr Wissen an die anderen Mitglieder der Gemeinschaft weiter. „Bevor ich die Netze hatte, bekam auch mein 7-jähriger Sohn Ibrahim Malaria“, erzählt Hasena. „Aber dank der Informationen, die ich von den Gesundheitshelfern erhalten hatte, war ich in der Lage, die Symptome zu erkennen. Ibrahim wurde daraufhin mit Malaria-Medikamenten behandelt und hat sich inzwischen vollständig erholt. Wir blicken nun mit viel mehr Hoffnung in die Zukunft“, sagt Hasena. „Mit unseren Moskitonetzen und unserem Wissen ausgerüstet, hoffen wir, dass unsere Kinder nicht mehr an dieser schrecklichen, aber vermeidbaren Krankheit sterben.“

Quelle: AMREF UK