Medizinische Versorgung für IDPs

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Amref Health Africa führt seit Juni 2014 ein neunmonatiges Soforthilfeprojekt im Südsudan durch, das den  Zugang zu Basisgesundheitsversorgung sowie notfallmedizinischen und chirurgischen Behandlungen für Hunderttausende Menschen ermöglicht. Durch das Projekt, das durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert wird, profitieren vor allem Binnenflüchtlinge (internally displaced persons, IDPs) sowie die Gemeinden, in denen sie Zuflucht finden und die unzähligen Verletzten, die derzeit in den Krankenhäusern des Landes auf eine Behandlung warten.

Im Südsudan tobt seit Dezember 2013 ein blutiger Machtkampf zwischen dem amtierenden Präsidenten Salva Kiir und seinem ehemaligen Vizepräsidenten Riek Machar. Bis Mitte Mai 2014 mussten schätzungsweise 1 Mio. Südsudanesen innerhalb des Landes in weniger umkämpfte Regionen flüchten. Zusätzliche 359.000 Menschen sind bis dato in die Nachbarländer geflohen. Geschätzte 4 Millionen Menschen brauchen humanitäre Hilfe. Laut UNOCHA, der Nothilfekoordination der UN in humanitären Krisengebieten, konnten bisher jedoch nur etwa 1,4 Millionen Menschen durch Unterstützungsleistungen erreicht werden. Angesichts des Umfangs und der Intensität der Gewalt, ist die tatsächliche Zahl der Flüchtlinge wahrscheinlich noch deutlich höher. Bei der internationalen Geberkonferenz in Oslo Mitte Mai 2014 wurde eine Verdoppelung der finanziellen Mittel auf 440 Millionen Euro zugesagt, was allerdings den geschätzten Bedarf von 926 Millionen Euro nicht deckt.

Massive Verschlechterung der Gesundheitssituation durch einsetzende Regenzeit

Die großen gesundheitlichen Herausforderungen im Südsudan werden durch die aktuelle Krise zusätzlich verstärkt. Die wenigen sicheren Regionen im Land sind mit dem Zustrom an IDPs überfordert. Es mangelt massiv an medizinischer Basisversorgung und Medikamenten. Die mangelnde Sicherheit im Land, das Vertreiben großer Personengruppen, Zerstörung oder Schließung von Einrichtungen und die erzwungene Flucht des Gesundheitspersonals führen dazu, dass die Situation sich weiter verschlimmert. Mitte Mai 2014 ist in Juba die Infektionskrankheit Cholera ausgebrochen. Die UN warnen vor einer Hungersnot. Die einsetzende Regenzeit wird die Situation weiter zuspitzen.

Cholera Ward in JTHUm die Krankheits- und Todesfälle infolge der Unruhen zu reduzieren, wird Amref Health Africa ab Juni 2014 ein neunmonatiges Soforthilfeprojekt im Südsudan durchführen. Die Aktivitäten werden mit 655.000 Euro durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unterstützt. Es wird Basisgesundheitsversorgung für die IDPs und die Gemeinden, in denen sie Zuflucht suchen, zur Verfügung gestellt. Ein Schwerpunkt liegt auf Mutter-Kind-Gesundheit.

Als Mitglied der Nothilfe-Koordinationsgruppe wurde Amref Health Africa gebeten, die operative chirurgische Notfallversorgung im Südsudan und in den Flüchtlingslagern in Kenia und Uganda im Rahmen der Clinical Outreach Programme zu unterstützen. Deshalb werden zusätzlich zur Basisgesundheitsversorgung der Flüchtlinge notfallchirurgische und medizinische Dienstleistungen für Verletzte in Krankenhäusern bereitgestellt. So wird auf die vorherrschende Unterversorgung und die zunehmende Anzahl von chirurgischen Fällen, die an die Krankenhäuser verlegt werden, reagiert.

Von dem Projekt profitieren etwa 160.000 IDPs sowie die Tausenden Menschen in den Einzugsgebieten der Krankenhäuser, die vom Clinical Outreach Programm versorgt werden.

Outreach SS

Cholera Station im Juba Teaching Hospital, die im Rahmen von Outreach Visiten unterstützt wird.

Medizinische Versorgung für südsudanesische Flüchtlinge in Nordkenia

Sternstunden e.V., die Benefizaktion des Bayerischen Rundfunks, stellt weitere finanzielle Unterstützung für die Soforthilfe von Amref Health Africa zur Verfügung. 200.000 Euro ermöglichen eine Unterstützung der operativen chirurgischen Notfallversorgung im Flüchtlingslager Kakuma, Kenia, durch das Clinical Outreach Programm. Denn nicht nur im Südsudan selbst, sondern auch in den grenznahen Gebieten in Kenia und Nord-Uganda suchen südsudanesische Flüchtlinge die dringend benötigte Zuflucht. In dem mit 167.000 Menschen bereits ohnehin überfüllten Flüchtlingslager Kakuma halten sich derzeit etwa 36.880 Flüchtlinge aus dem Südsudan auf.

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