Trachom – die häufigste Ursache für vermeidbare Erblindung

eye_treatment_AmrefHeath Africa_schmalErblindung ist in 80 Prozent der Fälle weltweit vermeidbar. Eine der häufigsten Ursachen ist Trachom, eine bakterielle Augenentzündung. Sie kommt besonders in Regionen mit schlechter Trinkwasserversorgung und mangelnden hygienischen Verhältnissen vor. Weltweit sind laut WHO 2,2 Mio. Menschen erkrankt, der größte Teil davon in Afrika südlich der Sahara.

So auch in Kenia, wo Trachom für rund 7 Millionen Menschen ein massives Gesundheitsproblem darstellt. Da die Gesundheitsversorgung fehlt, werden Infektionen nicht behandelt und führen so zur Erblindung der betroffenen Menschen.

Stigmatisierung und Ausgrenzung sind die Folge. Ausbildung und Erwerbstätigkeit werden unmöglich.

Die Übertragung findet über das infektiöse Augensekret statt, das z.B. durch verschmutzte Hände, vor allem aber auch durch Fliegen übertragen wird. So gibt es Studien, die beschreiben, dass innerhalb von Klassenräumen ein einziger Unterrichtsmorgen ausreicht, um die Infektion eines einzigen Kindes durch Fliegen auf die ganze Klasse zu übertragen. Schul- und Ausbildung wird unmöglich.

Aber es sind nicht nur Kinder, die betroffen sind. Auch für die Mütter und Väter, gerade in den ländlichen Gebieten mit Viehhaltung zur Einkommensgenerierung, hat eine Infektion dramatische Konsequenzen. Die folgende Erblindung führt zu Stigmatisierung und Ausgrenzung – aber auch zu erheblichen Auswirkungen auf die Erwerbsfähigkeit der Menschen und das Bruttosozialprodukt in den betroffenen Regionen, da durch Erblindung die berufliche Tätigkeit unmöglich wird.

Das Trachom-Projekt in Kajiado und Samburu County ermöglicht Behandlungen, Operationen, Prävention und Aufklärung für insgesamt 91.000 Menschen.

Die wichtigste Zielgruppe des Projektes sind Frauen und Kinder (bis 9 Jahre), da sie die gefährdetsten Gruppen sind. Kinder sind besonders häufig infiziert und tragen die Krankheit schnell weiter (Hauptkrankheitswirt). Frauen infizieren sich 2-3-mal häufiger mit Trachom als Männer, was vor allem auf ihre alltäglichen Arbeiten zurückzuführen ist. Sie sind diejenigen, die die Tiere melken (was Fliegen anlockt), über offenem Feuer kochen (was die Netzhaut beschädigt und so anfälliger für Infektionen macht) und sich um die Kinder kümmern.

Prävention und Aufklärung sind zentral
Weil die Übertragung durch verschmutzte Hände, vor allem aber auch durch Fliegen stattfindet, stehen Prävention und Aufklärung an erster Stelle. Dazu zählt die räumliche Trennung von Vieh und Mensch, das regelmäßige Händewaschen, das Auswaschen der Augen mit Wasser aus den ›leaky tins1‹. Bei erkannter Infektion hilft die Verwendung einer Antibiotikasalbe, und der operative Linsenaustausch kann bereits erblindeten Menschen das Augenlicht zurückgeben.

Amref Health Africa arbeitet bei dem Projekt nach dem SAFE-Prinzip. S steht für Surgery, A für Antibiotics, F für facial cleanliness, und E für environmental change – Behandlungen, Operationen, Prävention sowie Hygieneaufklärung werden in einem ganzheitlichen Ansatz vereint.

Operationen und Behandlung durch Outreach Visiten
Ein wichtiges Element sind Outreach Visiten, bei denen Screenings durchgeführt werden, um Trachom-Fälle zu diagnostizieren und dann entsprechend zu behandeln bzw zu operieren. Außerdem wird bei diesen Visiten lokales Gesundheitspersonal weitergebildet, das die Bevölkerung über Prävention aufklärt und Trachom behandeln kann, wenn es diagnostiziert wurde.

Dr. James Bett ist Augenarzt am Moi Teaching & Referral Hospital in Eldoret. Seit 2009 unterstützt er das Outreach Programm von Amref Health Africa ehrenamtlich und operiert Menschen, die auf Grund von Trachom erblindet sind:

Das Projekt wird durch die finanzielle Unterstützung von Sanofi-Aventis Deutschland und WMF Barmherzigkeit ermöglicht.