Humanitarian Congress Berlin 2014
Entwicklungszusammenarbeit muss aus ihren Fehlern lernen können

SONY DSCDawit Seyum von Amref Health Africa Äthiopien debattierte am 11.10.2014 zusammen mit Vertretern unterschiedlicher NGOs und der WHO darüber, wie internationale Entwicklungszusammenarbeit effektiver gestaltet werden kann. Keynote war das Thema der Datensammlung und -auswertung in der Entwicklungszusammenarbeit. Es werde unterschätzt, wie sehr Bestandsaufnahmen zur Verbesserung der Arbeit vor Ort beitragen könnten, hieß es. Vor allem, wenn diese über längere Zeit hinweg und wiederholt durchgeführt werden.

Hätten die Akteure der Entwicklungszusammenarbeit früher damit begonnen, Daten zu sammeln, dann wäre sie heute wahrscheinlich effektiver. Zudem erlauben Bedarfsanalysen vor der Implementierung und der abschließende Bericht nach dem Projekt Schlussfolgerungen über den Verlauf und den Erfolg der Projekte.”, sagte Bayard Roberts von ECOHOST & LSHTM.

Amref Health Africa ist sich der zentralen Bedeutung von Datensammlung für den langfristigen Erfolg nachhaltiger Entwicklungsarbeit bewusst.

SONY DSCDeshalb setzen wir 5% des Gesamtbudgets dafür ein, unsere eigenen Projekte zu überprüfen und evaluieren.“, so Dawit Seyum. “Nichtregierungsorganisationen stehen allerdings immer vor der großen Herausforderung, Geldgeber erst davon überzeugen zu müssen, dass die Evaluation von Projekten essentiell ist und deshalb auch im Budget berücksichtigt werden muss. Nur so kann aus Fehlern gelernt werden und nur so können wichtige Erfahrungen in zukünftige Maßnahmen einfließen.

Das Panel fand im Rahmen des XVI. Humanitarian Congress Berlin statt. Unter der Leitfrage „Protection: A Broken Promise?“ sind am 10. und 11. Oktober 2014 über 70 internationale Experten zusammengekommen, um über Humanitäre Intervention zu sprechen und Entwicklungszusammenarbeit wirksam zu verbessern.