Hungerhilfe für Ostafrika 2011

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Eine momentane Linderung – oder der Beginn einer dauerhaften Verbesserung? Noch immer sind uns die erschreckenden Bilder der Hungerkatastrophe, bedingt durch die lang anhaltende Dürre, in erschreckender Erinnerung.

Die Bevölkerung in Deutschland hat ein großes Herz für die Menschen in Ostafrika bewiesen, und durch ihre großzügigen Spenden ermöglicht, dass die Soforthilfe für die vom akuten Hungertod bedrohten Menschen anlaufen konnte. AMREF war eine der humanitären Organisationen, denen die finanzielle Unterstützung zugekommen ist, um Notnahrung in die betroffenen Gebiete zu transportieren, Trinkwasser zu verteilen und medizinische Visiten durchzuführen.

Diese Interventionen haben dazu beigetragen, die größte Not akut zu lindern. Dafür sind wir sehr dankbar!

Doch wie geht es nun weiter?

Es ist ein natürlicher Prozess, dass die öffentliche Aufmerksamkeit und Wahrnehmung der Situation in Ostafrika im Lauf der Zeit abnimmt, von anderen aktuellen Ereignissen in der Welt überlagert wird.

Doch die Menschen in den betroffenen Gebieten in Kenia, in Äthiopien, im Süd Sudan, in den Flüchtlingslagern, leiden auch weiterhin unter der Dürre und deren Folgen. Auch wenn die Augen der Öffentlichkeit inzwischen vielleicht woanders hin gerichtet sind.

Die Menschen, v.a. die Kinder in den Dürregebieten sind noch immer da. Und sie benötigen auch weiterhin unsere Unterstützung – um in die Lage versetzt zu werden, ihre Situation in Zukunft selbst verbessern zu können.

Wenn unsere Soforthilfe also nicht nur der berühmte „Tropfen auf den heißen Stein“ gewesen sein soll, nicht nur dazu angetan sein soll, „Löcher zu stopfen“, dann muss es unser Anliegen sein, unser Engagement nachhaltig zu gestalten. Auf zukünftige humanitäre Katastrophen – sie werden wieder auftreten, darauf müssen wir gefasst sein – besser vorbereitet zu sein. Nur so können wir gewährleisten, dass das, was wir im Sommer 2011 gemeinsam geleistet haben, nicht „verpufft“.

AMREF verlagert daher gegenwärtig einen Teil seiner Aktivitäten auf die dringend notwendige Verbesserung der Infrastruktur, eine Verbesserung der Bodennutzung. In Partnerschaft mit darauf spezialisierten Organisationen sollen dürreresistente Pflanzen angebaut werden, Brunnen gebaut werden. Bewässerungssysteme, um den Boden fruchtbar zu machen. Weiterhin wird der lokalen Bevölkerung ermöglicht, die geernteten Pflanzen und Früchte auf Märkte zu bringen, dort zu verkaufen, um durch den erzielten Gewinn wiederum in ihren Boden zu investieren – und nicht zuletzt, um eine größere Unabhängigkeit von importierten Notnahrungsmitteln zu erreichen. Notnahrungsmittel müssen immer erst eingeflogen, mit Schiffen auf dem langen Seeweg transportiert werden, mit LKWs auf teilweise unbefahrbaren Straßen in die nur schwer zugänglichen Dürregebiete gebracht werden.

Und, es muss uns allen bewusst sein: Notnahrungsmittel können keine vollständige Ernährung bedeuten. Es fehlen Öle, Salze, vor allem Vitamine. Vitamine, die in Früchten enthalten sind.

Früchte und Pflanzen brauchen Wasser. Brunnen liefern Wasser. Wasser ist Leben!

Es erscheint uns daher sinnvoll, die Voraussetzungen vor Ort schaffen zu helfen, dass es gar nicht erst zu einer Katastrophe biblischen Ausmaßes, wie im Jahr 2011, kommt.

Wir haben viel aus den Erfahrungen unserer Soforthilfe gelernt. Das Gelernte wollen wir nun die Gegenwart und Zukunft übertragen. Oder, um die Sprache der Medizin zu bemühen: Bisher haben wir uns um die „Symptome“ gekümmert. Nun wollen wir die „Ursachen“ angehen.

Wir wollen präventiv tätig werden. Wir wollen den Menschen in Ostafrika dabei helfen, ihre Lebensumstände zu verbessern. Vor Ort, und in eigener Verantwortung.

Nur so, denken wir, können wir versuchen zu gewährleisten, dass das, was wir – dank Ihrer Unterstützung und mit Ihrer Hilfe – angefangen haben, auch dauerhaft von Nutzen ist.

Wir danken Ihnen, unseren Partnern und Spendern, für Ihre Unterstützung und Treue!