Interview mit
GSK-Volunteer Katrin Eisold bei AMREF in Nairobi

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„Mich beeindruckt wie die jungen Afrikaner die großen Herausforderungen angehen“

Katrin Eisold (30) ist Dipl. Ingenieurin für Pharmazeutische Biotechnologie. Normalerweise arbeitet sie bei GlaxoSmithKline (GSK) in Dresden im Bereich Qualitätssicherung. Doch jetzt lässt sie für 6 Monate den Alltag hinter sich und unterstützt das Team der Abteilung „Monitoring & Evaluation“ bei AMREF in Nairobi mit ihrem Know-how. Möglich ist dies durch das GSK PULSE Programm, einer Volunteeringinitiative von GlaxoSmithKline. Motivierte Mitarbeiter erhalten hier die Möglichkeit, eine NGO im Bereich Healthcare entsprechend ihrer Qualifikation und ihrer Fähigkeiten für bis zu 6 Monate zu unterstützen.

Wir haben Katrin Eisold getroffen und erfahren wie es ist, für einige Monate Teil der AMREF-Familie zu werden:

AMREF: Warum haben Sie sich für das GSK-Volunteer Programm beworben?

KatrinEisold_webKatrin Eisold: Für ein halbes Jahr von meiner Arbeit bei GSK freigestellt zu werden, um für eine NGO zu arbeiten, ist für mich eine große Chance einen sinnvollen Beitrag in Gegenden der Welt zu leisten wo diese auch benötigt wird. Überzeugt hat mich die Tatsache, dass vom GSK PULSE Programm ausschließlich Organisationen und Projekte unterstützt werden, die nicht nur kurzfristig helfen, sondern eine nachhaltige Veränderung bewirken. So wie AMREF.

Und natürlich ist es auch spannend für eine Weile in einem anderen Land und einer anderen Kultur zu leben und so ein vorher fremdes Land wirklich kennen zu lernen.

AMREF: Wie kam es, dass Sie bei AMREF gelandet sind?

Katrin Eisold: AMREF arbeitet bereits viele Jahre mit dem GSK PULSE Programm zusammen und hat für dieses Jahr einen Spezialisten im Bereich Dokumentation und Wissensmanagement gesucht. Aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen in diesem Bereich und meinem Wunsch nach einem internationalen Arbeitseinsatz, bevorzugt Afrika, wurde ich unter den Bewerbern für das GSK PULSE Programms für die Stelle bei AMREF ausgewählt.

Nach einem telefonischen Vorstellungsgespräch mit AMREF stand dann fest, dass ich diese Chance wahrnehmen kann und jetzt für 6 Monate mit AMREF arbeiten darf.

AMREF: In welcher Abteilung arbeiten Sie bei AMREF und welche Aufgaben haben Sie?

KatrinEisold_Arbeitsplatz_webKatrin Eisold: Ich arbeite im Headquarter von AMREF in Nairobi im Bereich „Monitoring and Evaluation“. Dieser Bereich befasst sich mit der Überprüfung der Ergebnisse und der Nachhaltigkeit der verschiedenen Projekte von AMREF. Ist ein Projekt abgeschlossen wird es von dieser Abteilung anhand festgelegter Parameter bewertet. Daraus werden dann Schlussfolgerungen für zukünftige Projekte gezogen. Die erhobenen Daten werden von AMREF Länderbüros überall auf der Welt genutzt, um über den aktuellen Stand der Projekte zu berichten.

AMREF hat ein sehr professionelles Monitoring and Evaluation System mit unterschiedlichen Tools. Meine Hauptaufgabe besteht darin dieses System in einem Benutzerhandbuch zu beschreiben. Das umfangreich vorhandene Wissen in diesem Bereich wird jetzt von mir übersichtlich zusammengefasst, so dass die Mitarbeiter zukünftig eine Quelle haben, in der sie alle relevanten Informationen finden.

AMREF: Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit besonders und wo stehen Sie gelegentlich vor Herausforderungen?

Katrin Eisold: Ich wurde in meinem Team sehr gut aufgenommen. Es ist ein relativ junges Team und die Zusammenarbeit macht viel Spaß. Die meisten meiner Kollegen sind Kenianer. Somit bekomme ich auch etwas vom realen Alltagsleben in Kenia mit.

Gewöhnungsbedürftig ist für den Europäer zu Beginn die etwas flexiblere Zeiteinteilung und die Verkehrssituation in Nairobi. Aber es funktioniert auch auf diese Weise.

AMREF: Wollen Sie AMREF weiter unterstützen, wenn Ihre Zeit in Kenia um ist?

Katrin Eisold: Das GSK PULSE Programm arbeitet weiter mit AMREF zusammen. Letztes Jahr waren allein bei AMREF in Nairobi 6 Volontäre.

Ich persönlich habe zwar noch keine konkreten Pläne, aber würde mich wirklich freuen, wenn sich die eine oder andere Möglichkeit für eine weitere Zusammenarbeit ergibt. Ich würde die Arbeit von AMREF gerne auch von Deutschland aus weiter unterstützen.

AMREF: Was möchten Sie uns gerne noch mitteilen?

Katrin Eisold: Als ich meinen Verwandten und Freunden eröffnet habe, dass ich für ein halbes Jahr nach Nairobi gehe, wurde ich zum Teil mit recht überholten Vorurteilen über die afrikanische Lebensweise konfrontiert.

Kenia ist definitiv mehr als ein Land mit Massai, Zebras und Elefanten. Hier gibt es eine sehr moderne Gesellschaft, die sicherlich oft auch andere Herangehensweisen hat als wir es vielleicht gewohnt sind. Ich bin jedoch beeindruckt davon wie die jungen Afrikaner die großen Herausforderungen in ihrem Land angehen. Ich habe hier sehr motivierte, gebildete und lernbereite Menschen getroffen, die für die Zukunft große Pläne haben und auch viel daran setzen diese zu verwirklichen. Ich würde mir wünschen, dass dieses Bild von Afrika in Europa mehr wahrgenommen wird.

Katrin Eisold schreibt über ihre Zeit bei AMREF in Nairobi auch einen Blog. –> Zum Blog