Die richtige Diagnose rettet Leben

Unbenannt

Die Teilnehmer der Kurses für Laortechniker 2017.

Die richtige Diagnose ist zentrale Voraussetzung für die erfolgreiche Behandlung von Krankheiten. Wo dies nicht möglich ist, werden insbesondere Infektionskrankheiten schnell zur Gefahr.
Um Erkrankungen angemessen behandeln zu können, ist Gesundheitspersonal überall auf der Welt auf verlässliche und qualifizierte Laborauswertungen angewiesen. Insbesondere in den wenig entwickelten Ländern Afrikas erweist sich dies jedoch meist als äußerst schwierig. Grund hierfür sind schlecht ausgestattete Labore und vor allem Wissensdefizite beim Laborpersonal. Es mangelt an Expertise in technischen, fachlichen und organisatorischen Fragen.

Gerade in den ländlichen Gebieten, in denen die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung mangelhaft ist, kommt es immer wieder zu Ausbrüchen von Infektionskrankheiten, die, nur unzureichend diagnostiziert, zu Epidemien führen können.

Infizierte Familienangehörige stecken ihre Mitbewohner an – innerhalb kürzester Zeit können ganze Gemeinden wie durch ein Lauffeuer betroffen sein. Frühsymptome werden nicht rechtzeitig erkannt, es erfolgt keine Isolierung der Patienten, keine Behandlung und so breiten sich Krankheiten sehr schnell aus. Angesichts der regen Reise- und Migrationsbewegungen unserer Zeit überschreiten solche Infektionen zudem schnell die lokalen Grenzen und gefährden sogar die Gesundheit der Menschen in weit entfernten Regionen der Welt.

Um diesen Herausforderungen beizukommen, führt Amref Health Africa regelmäßig Weiterbildungskurse speziell für Laborpersonal durch. Auch im Jahr 2016 konnte wieder drei Labortechnikern die Teilnahme am Medical Laboratory Practices and Management (MLP&M) Course in Nairobi durch Spendengelder aus Deutschland ermöglicht werden. Insgesamt nahmen 15 Labormitarbeiter aus 11 verschiedenen afrikanischen Ländern teil. Einer von Ihnen ist David Mutunga Matuku (Foto oben, 1. Reihe, 3. v.l.), der als Laborant in einem ländlichen Krankenhaus in Matuu (Kenia) arbeitet. Die Teilnahme an dem Weiterbildungskurs habe seine Arbeit in hohem Maße verbessert, schreibt er in einem Dankesbrief an Amref Health Africa Deutschland:

Ich bemühe mich, unser Labor mit Hilfe der neu erlernten Fähigkeiten professioneller zu machen und so die Lebensqualität der gesamten Gemeinde zu verbessern.

Der zehnwöchige Kurs zielt dabei nicht nur auf die Weiterbildung von Führungskompetenzen und wissenschaftlichem Know-how ab. Es geht vor allem darum, die Kompetenzen der Labore zu stärken, in denen die Teilnehmer tätig sind. So werden sie motiviert, Herausforderungen in ihrer täglichen Arbeit zu benennen und Lösungen zu erarbeiten. Die Teilnehmer erstellen während des zweiwöchigen theoretischen Seminars unter anderem einen individuellen Aktionsplan mit Verbesserungsmaßnahmen. Diese werden von den Teilnehmern im letzten Teil des Kurses direkt in ihren Laboren integriert und abschließend evaluiert.

Auch im Jahr 2017 soll es wieder diese dringend benötigten Weiterbildungskurse für Labortechniker geben. Mittelfristig soll das Programm auf den Bereich eLearning ausgeweitet werden, um deutlich mehr Labormitarbeiter erreichen zu können. Gerade in den entlegenen Regionen, wo die Unterstützung am dringendsten nötig ist, können die Labortechniker häufig nicht an dem Kurs in Nairobi teilnehmen, weil sie sich keine zweiwöchige Abwesenheit leisten können. Gemeinsam können wir daran arbeiten, qualifiziertes medizinisches Personal auszubilden und so nachhaltig eine angemessene gesundheitliche Versorgung für alle Menschen zu garantieren. So schaffen wir Perspektiven vor Ort.

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