Internationaler Tag zur Beseitigung der Fisteln
Neue Lebensqualität für Frauen

Ruun shows the bladder stone extracted from her bladder23. Mai – Internationaler Tag zur Beseitigung der Fisteln.

Bei afrikanischen Frauen sind vesiko-vaginale Fisteln (VVF), die Harninkontinenz bewirken, weit verbreitet. Bei mehr als 90% der Fälle ist eine schwere, verlängerte Geburt die Ursache. Vor allem Frauen in den ländlichen Gebieten Afrikas, die keinen Zugang zu medizinischer Versorgung rund um die Geburt haben, oder sich diese nicht leisten können, sind von VVFs betroffen. Betroffene Frauen leiden nicht nur unter Schmerzen, sondern auch unter starker Stigmatisierung und Ausgrenzung. Im ländlichen Afrika leben Frauen teilweise jahrelang mit der Fistel, da sie von traditionellen Geburtshelfern betreut werden, die die VVF nicht verhindert und diagnostiziert haben. Alleine in Ostafrika gibt es schätzungsweise 5.000 VVF-Fälle jährlich, 100.000 Fälle in ganz Afrika.

Amref Health Africa ist eine der wenigen Organisationen in Ostafrika, die eine chirurgische Behandlung von VVF-Patientinnen anbietet.
So können sich seit 2006 Frauen aus ländlichen Gebieten Afrikas im Rahmen der Clinical Outreach Visiten von Amref Health Africa kostenlose operieren lassen. Verschiedene Krankenhäuser in Kenia, Tanzania und Uganda werden regelmäßig von Ärzten und medizinischem Personal besucht. Dadurch konnten in den letzten Jahren mehrere Tausend Frauen behandelt und ihnen so neue Lebensqualität geschenkt werden. Zusätzlich zur Behandlung der Frauen, wird das medizinische Personal vor Ort ausgebildet, damit diese auch ohne die Unterstützung des Clinical Outreaches VVF-Patientinnen behandeln können.

Zudem hat Amref Health Africa ein VVF-Centre im Kenyatta National Hospital, Nairobi, Kenia aufgebaut, in dem VVF-Patientinnen behandelt und operiert werden. Außerdem wird dort medizinisches Personal externer Krankenhäuser für VVF-Fälle ausgebildet.

The doctor gives a brief on Janet

Janet mit zwei ihrer Doktoren

Im Kenyatta National Hospital alleine werden jährlich mehr als 400 Patientinnen behandelt. Eine von ihnen ist Janet. Vor einem Jahr bekam sie ihr Baby. Als während der Geburt starke Komplikationen auftraten, wurde sie direkt in ein Krankenhaus gebracht. Ihr Baby überlebte, aber das Krankenhaus besaß nicht die richtige Ausstattung, ihre entstandene VVF zu behandeln. Ein Jahr verging, bis sie durch Radiowerbung über die Möglichkeit der kostenlosen Operation durch Amref Health Africa erfuhr. Daraufhin ist sie ins Kenyatta National Hospital gefahren. Dort wurde sie direkt operiert und erholt nun von ihrer VVF-Operation.

Hebammen sind mehr als Geburtshelfer

foto: Sven Torfinn. Ethiopia, South Omo province , Male district, Dioso village. December 2009. Almaz Dalsha (sitting on the right) Health Extension Worker in Doiso visiting Dawalo Dawicho, mother, sitting on the left. They are discussing family planning issues and looking at anti-conception pills.

Hebamme bei der Familienaufklärung

Der Mangel an ausgebildeten Hebammen bedeutet, dass auch Begleiterkrankungen oftmals nicht diagnostiziert und somit auch nicht behandelt werden, so auch die vesiko-vaginalen Fisteln. Die von Amref Health Africa ausgebildeten Hebammen verhelfen Frauen also nicht nur zu sichereren Geburten, sondern übernehmen auch die nachgeburtliche Kontrolle und Behandlung. So können eventuelle Krankheitssymptome frühzeitig erkannt werden. Diese medizinische und professionelle Versorgung durch Hebammen für Frauen, die keinen direkten Zugang zu Krankenstationen haben, hilft, die VVF-Fälle in Afrika zu verringern.