Pressemitteilung 27.01.2014
Machtkampf im Südsudan: AMREF unterstützt die medizinische Versorgung südsudanesischer Flüchtlinge

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Die aktuelle Krise im Südsudan bringt die ohnehin kaum gefestigte Stabilität der jungen Nation ins Wanken. Die Bevölkerung leidet darunter am meisten. Mehr als eine halbe Million Menschen sind auf der Flucht vor dem blutigen Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und dem ehemaligen Vizepräsidenten Riek Machar. Der größte Teil flüchtet Inlands (internally displaced people) in weniger umkämpfte Regionen. Diese sind der Betreuung der Flüchtlinge aber nicht gewachsen. Gemeinsam mit den Akteuren vor Ort hat AMREF in den letzten Wochen analysiert, wo Hilfe am dringendsten benötigt wird. Als verlässlicher Partner und Experte in der Region wurde AMREF bereits explizit gebeten, die operative chirurgische Notfallversorgung im Südsudan zu unterstützen.

AMREF hat die notwendigen Strukturen vor Ort, um die chirurgische Versorgung der lokalen Krankenhäuser unterstützen zu können. Deshalb wurden wir von der Nothilfe-Koordinationsgruppe gebeten, diese wichtige Aufgabe zu übernehmen.“, so Dr. Marcus Leonhardt (CEO AMREF Deutschland)

Die Maßnahmen sind zunächst auf sechs Monate angelegt und umfassen die Versorgung von vier Krankenhäusern. Allein im Juba Teaching Hospital stehen derzeit 465 Operationen auf der Warteliste (Stand 21.01.2014). Die Krankenhäuser arbeiten bereits im Rahmen des Medical Outreach Programms mit AMREF zusammen. Die bestehenden Strukturen können so effektiv genutzt werden.

Auch die medizinische Versorgung der südsudanesischen Flüchtlinge in Nord-Uganda und Kenia ist derzeit äußerst schwierig. Mehr als 70.000 Menschen, vor allem Frauen und Kinder, suchen bereits Zuflucht in den Flüchtlingslagern Dzaipi (Uganda) und Kakuma (Kenia). Hier wird AMREF voraussichtlich ebenfalls im Rahmen des Medical Outreach Programmes unterstützend aktiv werden. Wie die Hilfe im Detail aussehen wird, wird anhand der aktuellsten Entwicklungen und den daraus resultierenden Bedürfnissen festgelegt. AMREF ist Mitglied der Soforthilfe-Koordinationsgruppe für den Südsudan, wo die Hilfe aller Akteure koordiniert wird. Nur so ist effektives, bedürfnisorientiertes Handeln kurzfristig möglich.
Pressemitteilung der Soforthilfe-Koordinationsgruppe: NGOs Reaffirm Their Commitment To Help All Populations In Need Of Assistance

Hintergrund: AMREF im Südsudan

AMREF unterstützt den Südsudan seit mehr als 20 Jahren. Schon während des jahrzehntelangen Bürgerkrieges war AMREF als eine der ganz wenigen NGOs im Land und hat deshalb bei der lokalen Bevölkerung einen besonders großen Rückhalt. Als Folge des Bürgerkrieges ist die medizinische Infrastruktur zerstört und qualifiziertes Personal hat das Land verlassen. Nur 25 Prozent der Bevölkerung haben überhaupt Zugang zu medizinischer Versorgung. AMREF hilft dabei, ein Gesundheitssystem aufzubauen. Die Aus- und Weiterbildung von medizinischem Personal steht dabei im Zentrum der Aktivitäten. Um diese nachhaltige Arbeit weiter erfolgreich durchführen zu können, hat AMREF sich entschlossen, die bestehenden Strukturen vor Ort zu nutzen, um Soforthilfe zu leisten. AMREF ist keine Katastrophenorganisation, aber als verlässlicher Partner in der Region muss den Menschen im Südsudan auch im Krisenfall beigestanden werden.

 

Weiterführende Informationen

Die Hilfe läuft an – Erste AMREF-Ärzte im Südsudan eingetroffen: http://www.amrefgermany.de/gesundheit/soforthilfe-suedsudan/

Eine Erfolgsgeschichte aus dem Land, das gerade um seinen Frieden bangt: http://www.amrefgermany.de/bericht-aus-dem-suedsudan/

Hinweis: Presse-Kit unter http://www.amrefgermany.de/ueber-amref/presse/