Mkenimbos Geschichte

IMG_1298_klein_schmalWenn Mkenimbos Tochter während ihrer Schwangerschaft fachmännisch betreut worden wäre, hätte sie die Geburt ihrer Zwillinge überlebt. Eine schockierende Gewissheit für Mkenimbo Kagwebe, die die Kinder jetzt alleine großziehen muss. Sie berichtet:

Meine Tochter und ich hatten immer ein gutes Verhältnis. Wir freuten uns sehr auf die bevorstehende Geburt und hatten bereits gemeinsam einen Namen für das Baby gewählt. Als die Wehen begannen, klopfte meine Tochter direkt bei mir an.

Es dauerte lange, aber mein Kind war sehr geduldig und stark. Schließlich brachte sie in der folgenden Nacht ihr erstes Kind zur Welt. Doch statt der Erleichterung kam der Schock. Ihr Mutterleib blieb weiter dick.

Wir beide wussten, das ist nicht gut. Ich schnappte mir mein Fahrrad, meine Tochter saß auf dem Gepäckträger und klammerte sich an mich, und so fuhren wir in die Klinik in unserem Dorf. Dort erfuhren wir, was los war: Es befand sich noch ein zweites Kind im Bauch meiner Tochter. In dieser Nacht gab es jedoch keinen Arzt und keine Hebamme in der Klinik, die hätten helfen können. So blieb uns nichts anderes übrig, als in das nächste städtische Krankenhaus zu fahren.

Diese Nacht werde ich nie vergessen

Wir fuhren stundenlang, denn der Weg betrug etwa vierzig Kilometer. Als wir am Morgen endlich ankamen, waren die Ärzte in der Lage das zweite Kind zu retten, aber meine liebe Tochter verstarb.Der Vater kann sich nicht um die Kinder kümmern, daher wachsen meine Enkelinnen bei mir auf. Kuruha und Dotu sind jetzt sechs Jahre alt. Die beiden geben mir viel Kraft und ich liebe sie sehr. Meine Tochter hätte es nicht anders gewollt.

Zu wenig Hebammen

Mkenimbo Kagwebe1_klein_PortraitIch fühle mich sehr schuldig, doch was hätte ich tun können? Beim ersten Kind konnte ich meiner Tochter helfen, aber woher sollte ich wissen, dass es dieses Mal Zwillinge waren? Mit Komplikationen kenne ich mich nicht aus, schließlich bin ich keine Hebamme, sondern nur eine sorgende Mutter. Es gibt Geburtshelferinnen in Afrika, aber sie arbeiten meist noch auf traditionelle Weise. Woher sollen sie also von der nötigen Hygiene wissen? Und dass ein unsachgerechtes Nähen der Wunden zu Narben und somit zu Komplikationen bei zukünftigen Schwangerschaften führt? Das haben sie nie gelernt. Auch nicht wann sie werdende Mütter in die nächstgelegene Klinik überweisen müssen. Hier in Afrika sterben so viele Mütter und Kinder bei der Geburt, dass die Leute schon fragen, ob wir denn daran nicht gewöhnt seien. Wie soll man sich daran gewöhnen seine Tochter sterben zu sehen? Ich bin sicher, mein liebes Kind wäre noch am Leben, wenn sie rechtzeitig medizinische Versorgung durch eine ausgebildete Hebamme erhalten hätte.

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