Nothilfe weiterdenken – Nachhaltig handeln

Kakuma CampNACHHALTIG – ein Modewort? Ein Allerweltsbegriff? Eine Leerformel? Was auch immer man von dem Begriff halten mag, fest steht, dass er aus der Entwicklungszusammenarbeit nicht mehr wegzudenken ist. Auch Amref Health Africa hat sich diesem Prinzip verschrieben. Wie wir es in der Praxis umsetzen? Wir stärken die lokalen Strukturen! Hört sich vielleicht nicht so aufregend an wie manch spektakuläre Notfalleinsätze, aber ist mindestens genauso wichtig!

Nach der Katastrophe ist vor der Katastrophe?

Im Sommer 2011 verursachte die schlimmste Dürre seit 60 Jahren am Horn von Afrika eine schwere Nahrungsmittelkrise: Das Leben von 13 Millionen Menschen war bedroht. Amref Health Africa war in der Lage, schnell Nothilfe zu leisten.

So auch 2013/2014 als im Südsudan Unruhen ausbrachen und bis heute knapp 2,5 Mio. Menschen flüchten mussten. Amref Health Africa konnte dank starker Strukturen vor Ort und der Unterstützung aus Deutschland umgehend helfen und dazu beigetragen, die größte Not zu lindern.

Aber eines war für Amref Health Africa von Anfang an klar: Das kann nicht alles gewesen sein, die Nothilfe darf nicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen sein. Die Menschen in den betroffenen Regionen müssen besser auf künftige Krisen vorbereitet werden. Dies geht aber nur, wenn Wissen, Infrastuktur und Know How in den lokalen Sturkturen verankert sind. Darum werden jetzt die Gesundheitsstrukturen in Turkana (Kenia), wo sich viele südsudanesische Flüchtlinge niedergelassen haben, bis 2017 auch nachhaltig gestärkt. Dies geschieht durch Weiterbildung des lokalen Personals, Aufklärungsarbeit in der Bevölkerung, regelmäßige Outreach – Visiten sowie Ausstattung und Renovierung von Gesundheitseinrichtungen.

Die Integrated WASH (Water, Sanitation, Hygiene) and Nutrition“ Projekte wurden im Anschluss an die Dürre 2011 geschaffen, um die Menschen in den regelmäßig von Dürren betroffenen Regionen Ostafrikas zu helfen. Diese Projekte sind ein Bündel tragfähiger und nachhaltiger Maßnahmen, um sauberes Trinkwasser und angemessene Nahrungsmittelversorgung für die Menschen dauerhaft zu gewährleisten und sie so besser auf kommende Dürren vorzubereiten.

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Muuo Farmers GroupDer Anbau von Gemüse, Getreide und Früchten im Rahmen der Integrated WASH and Nutrition Projekte ergänzt nicht nur den Eigenbedarf an Nahrungsmitteln, sondern ermöglicht ihnen ein zusätzliches Einkommen.

Auf dem Foto zeigt Mary aus Kenia, Mutter von 4 Kindern, Teile ihrer ersten Ernte, die sie auf dem Markt verkaufen möchte, um Ihren Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen.

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Insgesamt konnten seit der Dürre 2011 fünf mehrjährige Integrated WASH and Nutrition Projekte erfolgreich durchgeführt werden. Das letzte direkt aus der Nothilfe 2011 entstandene Projekt, finanziert durch Sternstunden e.V., wurde im Mai 2015 in Afar (Äthiopien) abgeschlossen.