eLearning für Krankenschwestern in Kenia

AMREF Deutschland fördert eLearning für Krankenschwestern in Kenia
Donor: Else-Kröner-Fresenius-Stiftung
Hintergrund:
Afrika ist die Heimat von 11% der Weltbevölkerung. Jeder 10. Mensch auf unserer Welt ist Afrikaner. Aber 24% aller weltweit berichteten Krankheitsfälle tritt in Afrika auf. Jede 4. weltweit auftretende Erkrankung erleidet ein Afrikaner.
Aber nur 2% der Ausgaben, die weltweit für Gesundheit ausgegeben werden, werden in Afrika ausgegeben. Pro Jahr werden in Afrika pro Kopf nur € 4 für Gesundheit aufgewandt.
Qualifiziertes Personal ist nur in geringstem Ausmaß vorhanden. Nur 3% aller Gesundheitshelfer (Ärzte, Krankenschwestern, -pfleger, Hebammen) weltweit arbeiten in Afrika. Beispiel Kenia: Auf 40 Millionen Einwohner kommen 29.000 Gesundheitshelfer, d.h. für mehr als 100.000 Einwohner gibt es weniger als 20 medizinisch geschulte Versorgungskräfte (zum Vergleich: in den Industrieländern sind es weit mehr als 100 auf 100.000 Einwohner). Gleichzeitig müssen diese 29.000 Gesundheitshelfer aber mehr als 90% der gesamten medizinischen Versorgung übernehmen. Eine der Hauptursachen dafür: Es mangelt an Ausbildungsmöglichkeiten. Und diejenigen, die ausgebildet sind, verlassen immer häufiger aufgrund mangelnder Arbeits- und Einkommensmöglichkeiten ihre Heimat. Der sogenannte „brain drain“
Aber selbst wenn es irgendwo ausgebildetes Personal gibt, so erschweren die riesigen Entfernungen und die mangelhaften Verkehrswege, dass es ein flächendeckendes Gesundheitssystem gibt.
Allein Kenia erstreckt sich über 580.000 Quadratkilometer. Dieses Land allein ist doppelt so groß wie das Vereinigte Königreich. Ganz Westeuropa zusammen ist kleiner als Subsaharan Africa.
Über 80% der Bevölkerung Kenias lebt in ländlichen Gemeinden, fernab von Zugang zu medizinischer Versorgung.
Auch wenn sich das Gesundheitswesen in Afrika in den letzten Jahren insgesamt verbessert hat, so haben UN und WHO erst kürzlich die Alarmglocke geläutet: wenn die MDG – Millennnium Development Goals zur Verbesserung der Lebenssituation in Afrika erreicht werden wollen, so muss die Zahl der Gesundheitshelfer dort bis zum Jahr 2015 verdoppelt werden.
AMREF hat sich dem Erreichen dieser Ziele verschrieben, und versteht Bildung und Ausbildung als Schlüssel für eine stabile und gesunde Zukunft Afrikas.
UN und WHO haben berechnet, dass allein in Kenia die Fortbildung von 96.000 Gesundheitshelfern notwendig ist, um eine flächendeckende Gesundheitsversorgung möglich zu machen.
AMREF bildet seit mehr als 50 Jahren medizinisches Personal aus, das zu den am besten ausgebildeten Gesundheitshelfern in Afrika gehört.
Um sich den neuen Herausforderungen zu stellen, hat AMREF das eLearning eingeführt, die Ausbildung von Krankenschwestern durch Distanz-Lernmethoden, mittels Computer und CD-ROM.
AMREF hat sich dabei die Tatsache zunutze gemacht, dass in Kenia eine über 90%ige UMTS-Abdeckung besteht.
Durch eLearning kann eine enorme Reichweite erzeugt werden, v.a. ermöglicht diese Ausbildungsmethode, dass die Lernenden in ihrer Heimat verbleiben können, von „zuhause“ lernen können, nicht dem Lockruf der Großstadt folgen müssen, wo sie womöglich in den Slums ihr Dasein fristen müssten. Vor, während und nach ihrer Ausbildung können die Lernenden ihre erworbenen Fähigkeiten bei den Menschen in ihrer Umgebung anwenden. Und ihr Wissen an die Menschen in ihrer Heimat weitergeben.
Diese Einbeziehung der Gemeinden, der lokalen Bevölkerung ist das oberste Prinzip von AMREF. Afrikaner helfen Afrikanern.
Was sind die Ausbildungsziele?
Die AVNS – AMREF Virtual Nurses School verfolgt das Ziel, Gesundheitshelfern in Kenia verbesserten Zugang zu qualitativ hochwertiger Ausbildung zu ermöglichen.
Bis zum Jahr 2015 will AMREF 22.000 Krankenschwestern das „upgrade“ ihrer Ausbildung durch eLearning ermöglichen.
Gemeindekrankschwestern sollen zu Kenya Registered Community Health Nurses durch eLearning weitergebildet werden. Bei erfolgreichem Abschluß der Ausbildung erhält ein staatlich anerkanntes Diplom.
Die Ausbildung ist modular strukturiert, und enthält die Einzelkomponenten:
Allgemeine Krankenpflege, Primärversorgung, Notfallversorgung, Hebammenausbildung, Administration und Lehrmethoden, Forschung.
Der Kurs dauert 24 Monate, beinhaltet 1100 Stunden Lehre und 52 Wochen an praktischer klinischer Ausbildung.
Da noch nicht alle ländlichen Gemeinden bereits durch das Internet erschlossen sind, werden Lehrinhalte auch per CD-ROM zugängig gemacht.
Der Kurs kostet die Teilnehmer Ksh 25.000 pro Modul (ca. € 250)
In Kooperation mit 34 Krankenpflegeschulen haben bisher 6.700 eingeschriebene Gesundheitshelfer an der eLearning-Ausbildung teilgenommen. Es gibt inzwischen 108 eCentres in Kenia. 402 Tutoren und Mentoren sind in der Lehre tätig. Mehr als 1.500 Krankenschwestern haben ihr Diplom erhalten. Die Bestehensrate der Abschlußprüfung liegt bei 93% bei den durch eLearning fortgebildeten Krankenschwestern (im Vergleich: 70% bei den in herkömmlichen „classroom“-Schulen ausgebildeten Krankenschwestern).
Als Erfolgsgaranten werden genannt: große Reichweite der Ausbildungsmöglichkeit, bessere Flexibilität bei der Zeiteinteilung, bessere Kontinuität der Ausbildung durch adäquate Kosten, einheitliche Qualität des Unterrichtsmaterials, Aktualisierung der Lehrmaterialien, regelmäßige Überprüfung und Erfolgskontrolle während und nach Abschluß der einzelnen Module.
Unsere Herausforderungen für die Zukunft
Instandhaltung der Infrastruktur; Verbesserung der IT-Infrastuktur in den ländlichen Gebieten, Verbesserung der Konnektivität, Schaffung von mehr klinischen Praktikumsplätzen, Verbesserung der Vernetzung und Partnerschaft mit Universitäten und Bezirkskrankenhäusern, Ausweitung des Lehrprogrammes auf Telemedizin und mLearning, d.h. die verbesserte Verbreitung des Lehrinhaltes durch Nutzung von Mobiltelefonen (per sms und smart-phones)
Die nächsten Schritte:
Die Anerkennung, die AMREFs eLearning-Methoden bereits gefunden hat, hat dazu geführt, dass auch die Nachbarländer sich darum bewerben und bemühen, dieses Ausbildungsprinzip auch bei sich einzuführen. AMREF hat dazu, in Zusammenarbeit mit Accenture, eine Studie durchgeführt, in welchen der Ländern die Voraussetzungen (gute Netzabdeckung durch Internet und Mobilfunk, verläßliche Partnerschaften mit lokalen Regierungen und Krankenschwesternschulen) für die Einführung dieser Ausbildungsmethode bereits geeignet sind.
Nach Vorliegen der Ergebnisse dieser Studie, bemüht sich AMREF, eLearning zunächst in Uganda und Äthiopien einzuführen, und dort die bewährten, erfolgserprobten Prinzipien und Ausbildungsmethoden zu replizieren.
Auch hier ist AMREF Deutschland stark engagiert. Es ist uns bereits gelungen, eine Teilfinanzierung dafür zu erhalten. Aber den Startschuß können wir erst dann geben, wenn Vollfinanzierung vorliegt. Nur so können wir gewährleisten, dass dieses Ausbildungsprogramm erfolgreich und nachhaltig durchgeführt werden kann. Hierfür brauchen wir Ihre Unterstützung!
Helfen Sie uns, dass wir durch das erfolgserprobte eLearning noch mehr Krankenschwestern und Gesundheitshelfer ausbilden, und somit Afrikaner in die Lage versetzen können, das Gesundheitswesen in Afrika selbst zu verbessern.







