Südsudan: Wir bleiben!

photo: Sven Torfinn South Sudan,ÊCentral Equatoria,ÊTerekeka County,ÊTali Payam,Êabout 175 kilometers north of Juba. Children next to AMREF car.Nach dem Friedensabkommen 2015 kehrte Hoffnung zurück in das Leben der Südsudanesen – Hoffnung auf Frieden und ein Ende des Blutvergießens. Doch jetzt ist der blutige Konflikt in der Hauptstadt Juba wieder ausgebrochen, die Lage ist unübersichtlich. Leidtragend ist vor allem die Zivilbevölkerung: Menschen sind gezwungen ihre Heimat zu verlassen, um sich und ihre Familien in Sicherheit zu bringen. Auch die Deutsche Bundesregierung hat die entsandten UN-Blauhelmsoldaten ausgeflogen. Doch wir dürfen die Menschen jetzt nicht ihrem Schicksal überlassen. Rund 4.4 Millionen Südsudanesen brauchen aktuell medizinische Unterstützung. Deshalb bleiben wir vor Ort.

Seit Anfang Juli 2016 wurden infolge der erneuten Kämpfe bereits mehr als 55.920 Südsudanesen zur Flucht gezwungen. Als Folge der rasant steigenden Flüchtlingszahlen, geraten humanitäre Organisationen und Flüchtlingscamps immer mehr an ihre Grenzen. Hilfe wird dringend benötigt. Auch und besonders im Südsudan selbst, denn die meisten Menschen fliehen innerhalb des eigenen Landes in sicherere Regionen.

Unterstützung brauchen vor allem Frauen und Kinder, die knapp 85% der geflüchteten Menschen ausmachen. Geschwächt durch Flucht und Hunger sind sie besonders anfällig für Krankheiten.

Vor allem die hochinfektiöse Cholera wird für viele Menschen zu einer lebensbedrohlichen Gefahr.

Wie vom südsudanesischen Gesundheitsministerium jüngst bekannt gegeben wurde, ist Cholera in der Hauptstadt Juba und in den Regionen Jonglei sowie Torit ausgebrochen. Derzeit sind bereits mehr als 270 Fälle in diesen Gebieten offiziell registriert. Besonders wichtig ist bei Cholera-Erkrankten eine schnelle Diagnose und Behandlung. Doch dies ist im Südsudan keine Selbstverständlichkeit. Erst seit das National Reference Laboratory im Jahr 2015 durch Amref Health Africa neu ausgestattet und Laborpersonal ausgebildet wurde, können überhaupt Proben im Südsudan analysiert werden. Zuvor mussten sie außerhalb des Landes untersucht werden, was zu Verzögerungen von Diagnose und Behandlung der Patienten führte. Die Stärkung des Labors steigert die Chancen einer Eindämmung des Cholera-Ausbruchs enorm.

Auch im Kampf gegen den aktuellen Cholera-Ausbruch ist Amref Health Africa an der Seite der Bevölkerung und unterstützt die Bemühungen des nationalen Gesundheitsministeriums. Die Projekte werden neben Juba vor allem in den Regionen um Yei, Torit und Yambio durchgeführt, in denen die Krankheit zum Teil zwar noch nicht ausgebrochen ist, aber eine akute Gefährdung der Bevölkerung besteht. Geplant ist, die Aus- und Weiterbildung in den Bereichen Prävention und Früherkennung von Gesundheitspersonal in betroffenen Regionen auszuweiten und medizinisches Material bereitzustellen, um dem Cholera-Ausbruch gezielt entgegenzuwirken. Darüber hinaus wird die lokale Bevölkerung mit Hilfe diverser Medien über den Ausbruch der Krankheit informiert und über Risiken und Präventionsmöglichkeiten im Umgang mit Cholera aufgeklärt.

Neben der akuten Bedrohung durch infektiöse Krankheiten wie Cholera wirkt Amref Health Africa einer weiteren tödlichen Gefahr nachhaltig entgegen – Hunger.

Muuo Farmers GroupDie Menschen im Südsudan sind auf Grund des gewaltsamen Konflikts nicht mehr in der Lage ihre Felder zu bestellen, geschweige denn Geld für Getreide oder Saatgut aufzubringen. Der Preis für Getreide hat sich innerhalb eines Jahres verfünffacht. Eine akute Hungersnot bedroht derzeit das Leben von mehr als vier Millionen Menschen. Amref Health Africa unterstützt sie daher gezielt mit der Anschaffung von Saatgut und der Ausbildung in Landwirtschaft.

Jetzt für die Menschen im Südsudan spenden!