Gambella, Äthiopien
Versorgungslücke geschlossen!

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In Gambella, Äthiopien konnte eine medizinische Versorgungslücke geschlossen werden. Sophie Reichelt war vor Ort und hat Ihren Besuch dokumentiert:

1,9 Mio. Südsudanesen sind auf der Flucht. Sie verlassen ihre Heimat, sie geben all ihr Hab und Gut auf. Denn sie fürchten um ihr Leben. Viele von ihnen suchen Zuflucht in den grenznahen Regionen der Nachbarländer. Wenn sie dort ankommen, sind sie oft hunderte Kilometer gelaufen und gegezeichnet von Erschöpfung und häufig auch lebensbedrohlichen Verletzungen. Das überfordert die dortigen Gesundheitsstrukturen, die oft bereits vor dem Zustrom an südsudanesischen Flüchtlingen keine ausreichende medizinische Versorgung für die ansässige lokale Bevölkerung gewährleisten konnten.

So auch in der Region Gambella, Äthiopien. Hier leben etwa 420.000 Menschen und derzeit zusätzlich mindestens 251.000 südsudanesische Flüchtlinge. Abdo Husen, Projektmanager bei Amref Health Africa in Äthiopien, betont:

Der Zustrom reißt nicht ab. Jeden Monat kommen rund 1.000 weitere Flüchtlinge an. Zweidrittel von ihnen sind Kinder. Die medizinische Versorgung in den Flüchtlingscamps ist auf eine Basisversorgung beschränkt. Es gibt in der gesamten Region nur ein einziges Krankenhaus.

In Gambella ist es Amref Health Africa nun gelungen, eine wichtige Versorgungslücke zu schließen. Denn während sich die internationale Hilfe vor allem auf die Basisversorgung in den Flüchtlingscamps konzentriert, werden alle schweren Fälle und Patienten, die operiert werden müssen, von den Gesundheitsstationen und den Flüchtlingscamps an das Gambella Hospital überwiesen. Mit etwa 100 Betten, die derzeit zur Hälfte von Flüchtlingen belegt sind, ist das Krankenhaus so insgesamt für mehr als 600.000 Menschen zuständig (420.000 in Gambella ansässige Menschen und 251.000 südsudanesische Flüchtlinge). Eine kaum zu bewältigende Aufgabe!

Amref Health Africa ist derzeit die einzige Organisation, die das Gambella Hospital unterstützt. Dank finanzieller Förderung durch das BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung)* konnten Medikamente, ein Krankenwagen und medizinische Geräte angeschafft werden. Außerdem werden längst überfällige Renovierungsarbeiten durchgeführt und Mitarbeiter weitergebildet. Da das Krankenhaus bisher keinen Chirurgen und keinen Anästhesisten hatte, wurden diese dringend benötigten Fachkräfte angestellt. Sie wissen:

 Dieses Krankenhaus ist der einzige Ort in der Region an dem lebensnotwendige Operationen durchgeführt werden können. Wir erleben jeden Tag wie dankbar die Menschen sind, dass sich die Situation jetzt langsam verbessert.

Um das Krankenhaus zusätzlich zu entlasten, werden derzeit verstärkt Outreach Visiten in Gambella durchgeführt. Die Spezialisten ermöglichen nicht nur zusätzliche Operationen und Behandlungen für die unzähligen Patienten, sondern bilden das Krankenhauspersonal auch durch „on-the-job“ Training weiter.

Unsere Kollegin Sophie Reichelt, Projektkoordinatorin bei Amref Health Africa Deutschland, war gerade selbst in Gambella und konnte sich davon überzeugen, dass die Maßnahmen eine deutliche Verbesserung der medizinischen Versorgung für die Menschen in Gambella bedeuten. Sie fasst zusammen:

Das Projekt ist für die Region besonders wichtig, weil die medizinische Versorgung sowohl für die lokale Bevölkerung, als auch für die südsudanesischen Flüchtlinge verbessert werden kann.

Amref Health Africa ist eine afrikanische Organisation mit großem Rückhalt in der Bevölkerung. Es ist uns besonders wichtig, im Austausch mit den lokalen Gemeinden und unter Einbeziehung unserer Kollegen vor Ort möglichst nachhaltig und effektiv zu agieren.

Umso mehr freut es uns, dass dies auch in Extremsituationen gelingt. Unsere Nothilfe für südsudanesische Flüchtlinge ist ein Beispiel. Helfen Sie uns helfen!

Jetzt spenden!

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* Die Mittel werden über das GIZ „Sonderprogramm Flüchtlinge – Südsudan“ (Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit) im Auftrag des BMZ bereitgestellt.