14.11.2013
Trauer um Dr. Tom Rees - Der letzte noch lebende AMREF-Mitbegründer ist gestorben

Er war Visionär, renommierter Chirurg und Mitbegründer von AMREF. Dr. Thomas Rees verstarb am 14.11.2013 im Alter von 86 Jahren in Santa Fe, USA.

tom-rees-headshot_172x200Im Jahr 1956 hatten Dr. Rees und die beiden Chirurgen Dr. Archibald McIndoe und Dr. Michael Wood eine gemeinsame Vision: Sie wollten dringend benötigte medizinische Versorgung zu den Menschen in den entlegensten Regionen Ostafrikas bringen. Ein Service aus der Luft war hierfür der ideale Weg. Und so wurde der Plan eines Flying Doctors Service beschlossen, wohl wissend, dass man mit großen Schwierigkeiten konfrontiert würde. Grobe Landungen auf provisorischen Flugpisten, die von den afrikanischen Gemeinschaften extra errichtet worden waren, komplizierte Operationen in ländlichen Krankenstationen mit nur eingeschränkten Hilfsmitteln. Mit ihrer Vision und ihrem großartigen Engagement für eine bessere Gesundheitsversorgung in Ostafrika legten die drei Chirurgen den Grundstein für AMREF, die African Medical and Research Foundation – heute die größte nichtstaatliche Gesundheitsorganisation Afrikas.

Dr. Rees blieb dem afrikanischen Kontinent bis an sein Lebensende eng verbunden und unterstützte die Arbeit von AMREF engagiert weiter. In seiner Funktion als Vorsitzender von AMREF in den USA war er gleichermaßen Fürsprecher und Fundraiser für die Projekte von AMREF und für die Menschen in Afrika, denen er sich sein Leben lang verbunden fühlte.

I shall not mind what profession you choose, but I do hope that whatever it is, sometime in your life at least you will find a way to help other people.

Geboren und aufgewachsen in Utah, USA, studierte Tom Rees an der Utah Medical School und schloss seine chirurgische Ausbildung am New York Hospital ab. Es folgte das prestigeträchtige Marks Stipendium für plastische Chirurgie am Queen Victoria Hospital in England unter Leitung von Sir Archibald McIndoe, einem der beiden Chirurgen mit denen er später den Flying Doctors Service gründete.

Tom Rees erlebte eine herausragende 43jährige Karriere als plastischer Chirurg, Lehrender, Autor und Innovator seines Faches. Vom New York Magazin als „Einer der Väter der ästhetischen Chirurgie“ gefeiert, lehrte er auf der ganzen Welt und ist Autor von mehr als 140 medizinischen Artikeln sowie einiger Lehrbücher. Das zweibändige Fachbuch „Asthetic Plastic Surgery“ zählt zu den Standardwerken für Medizinstudenten in den USA. In seinem Buch „Daktari – Die Erlebnisse eines Chirurgen bei den Flying Doctos in Ostafrika“ berichtete Tom Rees über seine Erlebnisse.

Seinen Lebensabend verbrachte Dr. Rees mit dem Modellieren von Skulpturen. Auch auf diesem Gebiet brachte er es zu weitreichender Anerkennung.

Nan, seine Ehefrau und Begleiterin über 64 Jahre verstarb im Mai 2012. Tom hinterlässt seine Tochter Liz, seinen Sohn Thomas Jr. und Enkelkinder.

Wir hören immer wieder, dass auch einzelne Menschen die Welt positiv verändern können. Tom Rees hat diesen Anspruch gelebt.