Zum Weltgesundheitstag 2014
Besuch beim Projekt „Mama na Mtoto“

Das Projekt „Mama na Mtoto“ (Mutter und Kind) verbessert die Gesundheitsversorgung speziell für Mütter, Neugeborene und Kleinkinder. In Makueni leben 77% der Bevölkerung unter der Armutsgrenze und insbesondere die Gesundheitsindikatoren für Mütter und Kinder sind alarmierend.

Mit einem nachhaltigen, gemeindebezogenen Ansatz hilft das AMREF-Projekt dabei, dass die Gemeinde die Gesundheitsaufklärung und -versorgung eigenverantwortlich übernehmen kann.

Über vier Jahre werden deshalb die folgenden Maßnahmen umgesetzt:

  • Ausbildung von 65 Gesundheitshelfern (Health Workers), die insbesondere das Wissen und die Fähigkeiten zur erfolgreichen Unterstützung von Müttern und Kindern erhalten.
  • Training von 1.200 Community Health Workers (CHWs), die essentielles Gesundheitsbewusstsein und -bildung sowie medizinisches Basiswissen direkt in die Gemeinden bringen.
  • Ausbildung von15 Laboranten in der Diagnose gängiger Krankheiten.
  • Aufbau und Unterstützung von 24 Community Health Committees, die für die langfristige Betreuung aller Gesundheitsmaßnahmen in der Region verantwortlich sind.

 

So wichtig sind Community Health Worker (CHW)

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Catrin Kilonzo, ihr Sohn Victor mit zwei Community Health Workers

Catrin Kilonzo, eine 24jährige Mutter von zwei Söhnen lebt in Makueni und wird dank des Projektes heute durch den CHW Stephen (20) betreut. Catrin erzählte uns bei einem Besuch von Ihren Erfahrungen mit dem Projekt.

 

Catrin, erzähl uns doch einmal kurz etwas über dich und deine Familie.

Ich bin 24 Jahre alt und habe zwei Söhne, Jeffrey ist 4 Jahre alt und geht zur Schule, Victor ist 8 Monate. Mein Mann Kiele arbeitet weit weg und ist nur einmal im Monat hier. Er unterstützt uns aber regelmäßig mit Geld.  Um die Kinder und den Haushalt muss ich mich aber alleine kümmern.

Mittlerweile wirst du regelmäßig von Stephen, dem CHW, besucht. Wie war es für dich anfangs, dass jemand zu dir nach Hause kommt und mit dir über Gesundheit und Hygiene sprechen will.

Ich kannte Stephen schon vorher und habe ihn deshalb direkt in mein Haus gelassen, ihm zugehört und vertraut. Mittlerweile kommt er wöchentlich zu mir und erklärt mir Sachen oder gibt mir Tipps.

Was genau hast dudurch die Besuche des CHW gelernt?

Ich habe viel über Hygiene gelernt; wie ich mein Haus sauber halte, und dass ich mir nach dem Toilettengang die Hände waschen muss zum Beispiel. Ich habe auch zwei Moskitonetze bekommen, unter denen meine Kinder und ich jetzt schlafen. Außerdem hat Stephen mich über Familienplanung aufgeklärt und wie ich mich richtig um meine Kinder kümmere. So habe ich zum Beispiel gelernt, dass es gesund für meinen Sohn ist, wenn ich ihn stille. Das habe ich dann bei meinem zweiten Kind auch die ersten sechs Monate lang gemacht.  Er ist sehr wenig krank.

Du hast gesagt, dass du bei deinem zweiten Kind gestillt hast. Wie war das bei deinem ersten Kind?

Meinen ältesten Sohn habe ich nicht gestillt, weil ich damals noch nicht wusste wie gut Stillen für mein Kind ist. Das habe ich erst bei meinem zweiten Sohn gelernt- in der Klinik und durch den CHW. Mein erstes Kind habe ich sogar noch zuhause zur Welt gebracht, weil ich damals zu viel Angst hatte in eine Klinik zu gehen. Mein zweiter Sohn wurde dann in der Klinik geboren, weil die Community Health Worker mir dazu geraten haben.

Warum bist du früher nicht in die Klinik gegangen?

Die Leute haben viele Gerüchte über die Klinik erzählt. Ich hatte Angst dorthin zu gehen, weil ich dachte, dass man dort geschlagen und nicht richtig medizinisch behandelt wird. Deshalb bin ich früher nicht dorthin gegangen und habe meinen ersten Sohn auch zuhause bekommen. Durch das Projekt und den CHW habe ich aber gelernt, dass solche Sachen in der Klinik nicht passieren. Seitdem ich das weiß, gehe ich in die Klinik.

Was sind deine größten Herausforderungen im Leben?

Eigentlich die ganz normalen Herausforderungen, denen sich jede Mutter mit so kleinen Kindern stellen muss.