Amref Health Africa zum World Toilet Day 2015
Mehr Investitionen in Sanitärversorgung zum Schutz von Müttern und Kindern

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Mehr Investitionen in Sanitärversorgung zum Schutz von Müttern und Kindern.

Das Thema des World Toilet Days 2015 lautet: „Gleichheit, Würde und der Zusammenhang von geschlechtsspezifischer Gewalt und Sanitärversorgung“ und lenkt damit das Augenmerk auf die Bedrohung sexueller Gewalt, der Frauen und Mädchen auf Grund mangelnder Privatsphäre bei der Körperpflege und dem Besuch von Sanitäranlagen ausgesetzt sind sowie die ungleichen Zugriffsmöglichkeiten auf die vorhandenen Sanitäranlagen. Toiletten bleiben weiterhin meist unzureichend für die Bedürfnisse von behinderten oder älteren Menschen ausgestattet. Frauen und Mädchen können während ihrer Menstruation nicht auf den Zugang zu sauberen Sanitäranlagen zählen. Berufliche Tätigkeit und der Schulbesuch sind so oft gefährdet.

Nur 30 Prozent der Menschen im subsaharischen Afrika verfügen über den Zugang zu sauberen Sanitäranlagen. Eine alarmierende Zahl, die seit 1990 nur um vier Prozent verbessert werden konnte. Betrachtet man die damit einhergehenden gesundheitlichen Risiken ist es dringend nötig, hier stärker aktiv zu werden. Viele Menschen, die über keine rudimentäre Sanitärversorgung verfügen, müssen ihr Geschäft im Freien verrichten. Dies hat massive Wasser- und Umweltverschmutzungen zur Folge. So ist der Toilettengang im Freien die vorrangige Ursache für die fäkal-orale Übertragung von Krankheiten, wobei Kinder meist die Hauptleidtragenden sind.

Jede Stunde sterben in Afrika 115 Menschen an Krankheiten, die durch unzureichende Hygienestandards, mangelnde Sanitärversorgung und verunreinigtes Wasser hervorgerufen werden.

Gesunde Schwangerschaften und Geburten

Verunreinigtes Wasser und mangelnde Sanitärversorgung stehen außerdem im direkten Bezug zu einer erhöhten Müttersterblichkeit. So werden 15 Prozent aller Müttertode durch Infektionen auf Grund von ungenügenden Hygienestandards innerhalb der lokalen Gesundheitseinrichtungen und bei Hausgeburten in den ersten sechs Wochen nach der Geburt verursacht. Ebenso die Sepsis, ein weiterer ausschlaggebender Grund für den Tod oder die Behinderung von Müttern während der Geburt, wird durch konterminiertes Wasser und unhygienische Sanitäranlagen hervorgerufen.

In diesem Jahr bietet der World Toilet Day der Weltgemeinschaft die Gelegenheit, sich dieser humanitären Krise bewusst zu machen und sich der Implementierung der erst kürzlich formulierten Sustainable Development Goals (SDG) hinsichtlich des universellen und gerechten Zugangs zu Sanitärversorgung erneut zu verschreiben. Nur so kann die Gesundheit, Sicherheit und Würde der Weltbevölkerung nachhaltig garantiert und die Bedrohung sexueller Gewalt eingedämmt werden. Eine Aufwertung der Sanitärversorgung hat ebenfalls einen positiven Effekt auf die soziale, ökologische und wirtschaftliche Entwicklung einer Nation. So betont Dr. Githinji Gitahi, CEO von Amref Health Africa global, dass jeder Dollar, investiert in die Aufwertung von Wasser- und Sanitärversorgung, die Ausgaben für die Gesundheitsfürsorge um mehr als 4 Dollar senkt.

Seit 60 Jahren setzt Amref Health Africa den Fokus auf die Gesundheit von Frauen und Kindern und verbessert in Zusammenarbeit mit den Gemeinden nachhaltig die Wasser- und Sanitärversorgung vor Ort. Anlässlich des World Toilet Days 2015 rufen wir die Regierungen, Partner und den privaten Sektor auf, mehr Fördergelder in Sanitärversorgung zu investieren.

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Ebenso gilt es innovative Finanzierungsmodelle zu entwickeln, inklusive der Senkung von Transaktionskosten sowie dem Erheben von Wasser- und Sanitärsteuern, um die so bitter nötigen Maßnahmen zu implementieren. Denn nur in Zusammenarbeit mit den Regierungen kann die Gesundheit der durch Armut, Krankheit und Diskriminierung benachteiligten Weltbevölkerung gestärkt und nachhaltig garantiert werden.