ARTE Reportage
TV-Reportage: Stop FGM

Am 1. Dezember 2018 war es soweit: 300 Massai-Mädchen nahmen am alternativen Initiationsritual in Oloitokitok (Region Rombo, Kenia) teil. Es war ein stolzer, freudiger Moment für die Mädchen – und sie hatten Glück: Bei den von Amref Health Africa organisierten Alternativen Initiationsritualen (ARPs) bleiben sie vor der grausamen Praktik der weiblichen Genitalverstümmelung verschont.

Reporter von ARTE waren in Kenia und haben es sich angeschaut:

Mit den Gemeinden für die Mädchen

Die alternativen Rituale sind Teil des Programms ‚Frau werden‘. Weibliche Genitalverstümmelung ist ein gewaltvolles Ritual, das bei den Massai in Kenia und Tansania seit Generationen an zum Teil noch sehr jungen Mädchen praktiziert wird. Das durch die Regierung verhängte offizielle Verbot ändert daran nicht viel. Gesetze können Traditionen nicht einfach abschaffen.

Die Gemeindemitglieder für ein nachhaltiges Engagement gegen die weibliche Genitalverstümmelung zu gewinnen, erforderte deshalb ein geduldiges und verständnisvolles Vorgehen. Nach und nach beziehen wir die Männer, die Ältesten, die Mütter, die traditionellen Beschneiderinnen und die jungen Mädchen selbst in das Projekt ein und klären über die Risiken der Beschneidung auf. Gemeinsam werden dann alternative Riten, die eine würdevolle und von allen anerkannte Initiation der Mädchen ermöglichen entwickelt.

 

Mit diesem Ansatz konnten seit 2009 bereits mehr als 16.000 Mädchen vor der Genitalverstümmelung gerettet werden. Diese Mädchen wurden vor körperlichen und seelischen Schäden bewahrt, können weiter zur Schule gehen und haben die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben.