Beschneidung verhindert

Am 1. Dezember 2018 war es wieder soweit: 300 Massai-Mädchen nahmen am alternativen Initiationsritual in Oloitokitok (Region Rombo) teil. Es war ein stolzer, freudiger Moment für die Mädchen – und sie hatten Glück: Bei den von Amref Health Africa organisierten Alternativen Initiationsritualen (ARPs) bleiben sie vor der grausamen Praktik der weiblichen Genitalverstümmelung verschont.

Das gilt leider nicht für alle Mädchen in der Region, da die grausame Tradition noch tief in der Kultur vieler Massai-Gemeinden verankert ist – trotz des offiziellen Verbots durch die Regierung. Der Eingriff wird häufig unter unhygienischen Bedingungen, ohne Narkose und mit einfachen Hilfsmitteln, wie Glasscherben oder Rasierklingen, durchgeführt. Die betroffenen Mädchen leiden ihr Leben lang unter den gesundheitlichen Folgen – etwa durch Infektionen, Blutungen und Komplikationen bei einer späteren Geburt. Nicht nur erleiden die Mädchen schwere körperliche und seelische Verletzungen, sondern werden schon sehr jung verheiratet und selbst zu Müttern. Sie verlieren ihr Recht auf eine angemessene Bildung, was ihre Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben erschwert.

Das ARP-Projekt in Oloitokitok hat zum Ziel, die Mädchen über ihre Rechte, Familienplanung und reproduktive Gesundheit aufzuklären und vor allem, sie vor der grausamen Praxis der Genitalverstümmelung zu schützen. Doch ohne die Unterstützung der Familien und Gemeinden geht es nicht. Deshalb werden die jungen Massai-Männer, die später gewillt seine müssen, eine nichtbeschnittene Frau zu heiraten ebenso eingebunden wie die Dorfältesten. Beim Initiationsritual in Oloitokitok bekräftigt der sechzigjährige Älteste Leshinka seine Unterstützung:

Einige Älteste glauben immer noch an FGM/C und es ist schwer, sie davon zu überzeugen, die Praxis zu beenden. Wir haben jedoch einen langen Weg zurückgelegt. Heute haben einige Älteste ihre Meinung geändert und sind nun gegen FGM. Als Älteste haben wir uns selbst das Ziel gesetzt, FGM in unserer Gemeinde bis 2020 zu beenden.

Gemeinsam mit Massai-Gemeinden in Kenia und Tansania entwickelt Amref Health Africa die alternativen Initiationsrituale, um die traditionell stark verankerte Praktik der Genitalverstümmelung nachhaltig zu verhindern. Durch intensive Aufklärungsarbeit wird Verständnis dafür geschaffen, warum Beschneidung zum Nachteil für die gesamte Gemeinde ist.

>>Jetzt für den Schutz der Mädchen spenden!