Hebammenausbildung im Südsudan

Beispiel Südsudan: Theorie und Praxis gehen Hand in Hand

Am Beispiel vom Südsudan, wo mit Spendengeldern aus Deutschland Hebammen ausgebildet werden, ermöglichen wir Ihnen jetzt einen Einblick in die Ausbildung der Hebammen. Das schafft nicht nur Transparenz, sondern zeigt Ihnen auch ganz konkret was Sie mit Ihrer Spende alles bewirken können.

Hebammenausbildung

 

 

 

 

 

 

 

Die Ausbildung der angehenden examinierten Hebammen (enrolled midwifes) dauert insgesamt zweieinhalb Jahre (Februar 2012 bis Juli 2014) und ist in mehrere Semester unterteilt. Am Ende jeden Semesters gibt es eine große, fächerübergreifende Prüfung. Aber auch während des Semesters wird mit kleineren Prüfungen der Lernfortschritt laufend überprüft. Die Ausbildung umfasst nicht nur fundiertes Wissen zu Geburtshilfe, sondern auch vorgeburtliche und nachgeburtliche Versorgung der Mütter und Kinder, Familienplanung sowie Gesundheitstraining in den lokalen Gemeinschaften.

Die Kosten pro Hebamme belaufen sich im Südsudan auf circa 12.000 Euro (Stand 2013) für die Gesamtdauer der Ausbildung. Diese Summe mag recht hoch erscheinen. Aber sie beinhaltet neben den Kosten für Lehre, Kost und Logis auch die Transfers zu den weit verstreuten Gesundheitseinrichtungen, in denen die Möglichkeit zur praktischen Ausbildung und Anwendung des theoretischen Wissens geboten ist. Die Treibstoffpreise sind im Südsudan aufgrund der schlechten Versorgungslage enorm gestiegen.

Kerngebiete der Ausbildung sind Anatomie, Physiologie, Soziologie, Mikrobiologie, Ernährung, Pharmakologie, Familienplanung, Kindergesundheit, sexuelle und reproduktive Gesundheit, sowie grundlegendes Wissen in medizinischer Grundversorgung und umfassendes Wissen über Geburtshilfe. So können auch Risikoschwangerschaften kompetent begleitet werden.

Die erste große Prüfung

Jedes Semester beinhaltet sowohl Theorie, als auch praktisches Lernen. Die praktische Arbeit findet im Maridi County Hospital statt. Regelmäßig werden hier Tätigkeiten der Krankenpflege und Geburtshilfe praktisch geübt. Die angehenden Hebammen durchlaufen dabei die Kinderstation, die allgemeine Krankenstation und die chirurgische Abteilung. Die praktischen Übungen zur Geburtsbegleitung wurden lange Zeit in den wenigen verfügbaren und weit entfernten Gesundheitszentren der Region durchgeführt, da die Geburtsstation des Krankenhauses in Maridi derzeit nicht genutzt werden konnte. Aber dank der großzügigen finanziellen Unterstützung von Bild hilft e.V. „Ein Herz für Kinder“ konnte diese neu gebaut, technisch ausgestattet und 2013 wiedereröffnet werden.

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Fazit: Das Projekt ist ein voller Erfolg

Das „Midwifery Training Project“ ist in der Region sehr angesehen und hat einen großen Rückhalt in der Bevölkerung. Die lokalen Autoritäten unterstützen das Projekt in vollem Umfang. Das Krankenhaus in Maridi kann dank der Unterstützung durch die Auszubildenden schon heute wesentlich mehr Patienten betreuen. Die Inanspruchnahme der vorgeburtlichen Betreuung im Krankenhaus ist dadurch von 30 Frauen auf 70 Frauen pro Tag gestiegen. Ein großer Schritt in Richtung unseres Ziels: Die Zahl der betreuten Geburten zu erhöhen.