Wie Fischzucht im Südsudan gelingt

Die Mitglieder der Marigindo Fischgruppe im Südsudan freuen sich über ihren Fang.

Ernest Misato Taban steht am Teich in Maridi und wirft den Fischen ihr Futter zu. Stolz beobachtet er die Tiere dabei, wie sie sich schnell dem Futter nähern. Er ist der Vorsitzende der Marigindo Fischgruppe und hat gemeinsam mit den anderen Gruppenmitgliedern vor etwa 2 Jahren den Teich angelegt  und die ersten Fischsetzlinge/Jungfische eingelassen. Fischzucht ist im Südsudan kein leichtes Unterfangen! Bis der erste Fisch verkauft werden konnte, hatte die Gruppe mit Schädlingen, fehlendem Fischfutter und ständigem Wassermangel zu kämpfen.

Doch Amref Health Africa half der Marigindo Fischgruppe dabei, ihren Traum vom eigenen Fischteich zu verwirklichen.  Mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) konnte der Fischteich angelegt, Jungfische verteilt und die Gruppe in der Fischzucht sowie der Wartung des Fischteichs ausgebildet werden. Um die Nachhaltigkeit des Projekts zu garantieren, werden Mitglieder zusätzlich darin ausgebildet, selbst lokales Fischfutter herzustellen.

In der letzten Saison konnten 500 Tilapia auf lokalen Märkten verkauft werden.

Als die Fischer bei der ersten Ernte 300 gesunde Tilapia fingen, war die Freude groß. Bei der zweiten Ernte waren es bereits 500 Fische, die sie gewinnbringend auf den lokalen Märkten verkaufen konnten. Ein Teil der Einnahmen wird reinvestiert u.a. um zusätzlich auch Ziegen und Hühner zu züchten. Der andere Teil wird unter den Gruppenmitgliedern aufgeteilt.

„Sobald wir den Fisch gefangen haben, verkaufen wir ihn an die Gemeinde und erhalten Schulgebühren für unsere Kinder“, freut sich Ernest. „Ich habe zwei Kinder, die in der Grundschule sind.“

Die Fischzucht ist nicht nur eine zusätzliche Einkommensquelle für die Marigindo Fischgruppe, sondern hat auch die Ernährung der Mitglieder verbessert. Vor Projektbeginn kam der an Proteinen reichhaltige Fisch bei ihren Familien so gut wie nie auf den Tisch, heute hat sich das geändert.

Ziel des seit 2016 laufenden Projektes ist neben der Stärkung lokaler Gesundheitsstrukturen auch die Verbesserung der Ernährungssituation und der Lebensbedingungen von Bauerngruppen und den Distrikten Maridi und Ibba im Südsudan.